Unterkühlung bei Reptilien

Unterkühlung bei Reptilien

Reptilien sind ektotherm – kaltblütige Tiere, deren Körpertemperatur von externen Wärmequellen wie direktem Sonnenlicht oder einer Heizung abhängt. Ohne externe Wärmequellen werden alle Reptilien – Schlangen, Eidechsen, Schildkröten und Landschildkröten – unterkühlt, d. h. ihre Körpertemperatur sinkt. Infolgedessen werden sie weniger aktiv, ihre Verdauung verlangsamt sich, ihr Immunsystem funktioniert nicht mehr richtig und sie werden anfällig für Sekundärinfektionen.

Verschiedene Reptilienarten leben am besten in unterschiedlichen Temperaturbereichen, die als ihre bevorzugte optimale Temperaturzone (POTZ) bezeichnet werden. Die POTZ eines Reptils hängt davon ab, aus welchem geografischen Gebiet die Reptilienart stammt und in welchem Terrain (z. B. Wüste oder Regenwald oder gemäßigter Wald usw.) die Art normalerweise lebt. Leider kaufen oder adoptieren zu viele Reptilienhalter ihre Haustiere, ohne sich vorher über die Umweltbedingungen zu informieren, die das Tier zum Gedeihen benötigt, und infolgedessen unterkühlt das Tier und wird krank.

Was sind die Anzeichen einer Unterkühlung bei Reptilien?

Unabhängig von der Art werden unterkühlte Reptilien weniger aktiv und bewegen sich weniger. Schließlich hören sie ganz auf, sich zu bewegen. Vor allem Eidechsen hören auf, sich auf die Beine zu stützen, und liegen stattdessen unbeweglich auf dem Bauch. Schlangen hören auf zu kriechen, Schildkröten hören auf zu schwimmen, und Schildkröten schließen sich oft in ihren Panzern ein und sitzen wie Briefbeschwerer.

Wenn Reptilien aufhören, sich zu bewegen, hören sie oft auf zu fressen und zu trinken, was zur Folge hat, dass sie austrocknen und an Gewicht verlieren. Ihre Augen wirken eingefallen, sowohl durch die Dehydrierung als auch durch den Verlust von Fett, das sich normalerweise hinter den Augen befindet. Außerdem schließen sie oft die Augen. Ihre Haut kann durch den Wasser- und Fettverlust faltiger erscheinen, und sowohl bei Schlangen als auch bei Eidechsen können Stacheln und Rippen deutlicher hervortreten, wenn sie an Gewicht verlieren.

Schließlich hören viele Schlangen und Eidechsen aufgrund der Dehydrierung auf, sich richtig zu häuten, und die Häutung bleibt in Flecken auf dem Körper zurück. Unterkühlte, dehydrierte Schildkrötenhaut kann ebenfalls trocken und rissig erscheinen, und oft hören diese Reptilien auf, die fliesenartigen Keratinproteinplatten (Schuppen) auf ihren Panzern abzuwerfen, die sich normalerweise mit dem Wachstum ablösen. Infolgedessen stapeln sich die Schuppen übereinander, wenn neue Schuppen unter den alten, verbliebenen Schuppen nachwachsen, was bei Reptilien als Pyramidenbildung bezeichnet wird.

Was sollte ein Reptilienhalter tun, wenn er den Verdacht hat, dass ein Reptil unterkühlt ist?

Jeder Reptilienhalter, der den Verdacht hat, dass sein Haustier unterkühlt ist, sollte sofort die Temperatur im Becken des Tieres messen, und zwar sowohl an den wärmsten als auch an den kältesten Stellen, um den Temperaturbereich im Gehege zu bestimmen. Am einfachsten geht das mit einer automatischen Temperaturmesspistole, die in den meisten Zoohandlungen erhältlich ist und auf die man einfach zielt und schießt, um die Temperatur an einer bestimmten Stelle zu messen. Steht ein solches Gerät nicht zur Verfügung, kann man mit einem einfachen Thermometer, das man in das Gehege wirft, zumindest eine grobe Messung vornehmen.

Besitzer, die die Temperatur des Beckens messen, sollten darauf achten, dass sie das Thermometer auf den Boden des Haltungsbereichs richten, wo das Tier tatsächlich sitzt, da es einen großen Temperaturunterschied zwischen der Temperatur am Boden des Beckens und der Lufttemperatur oben geben kann. Der Halter sollte diese Messung mit dem für die Tierart optimalen Wert vergleichen und das Gehege sofort aufwärmen, wenn es zu kühl ist. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, das Tier zu befeuchten oder in eine flache Schale mit warmem Wasser zu tauchen, um es aufzuwärmen und besser zu hydrieren.

Um sicherzustellen, dass das Tier optimal untergebracht und gefüttert wird, und um zu prüfen, ob die Unterkühlung zu einer Infektion geführt hat, sollte der Reptilienhalter das Tier von einem reptilienkundigen Tierarzt untersuchen lassen. Der Tierarzt kann feststellen, ob das Tier zusätzlich behandelt werden muss (z. B. mit Flüssigkeit, Vitaminen und Antibiotika) und den Besitzer über die weitere Behandlung beraten.

Wie kann Hypothermie bei Reptilien verhindert werden?

Der beste Weg für den Reptilienhalter, einer Unterkühlung seines Tieres vorzubeugen, besteht darin, sich über die Umgebungsbedingungen zu informieren, die die jeweilige Tierart zum Gedeihen benötigt. Das bedeutet, dass man sich über die Bedürfnisse des Tieres informieren und es zu einem Tierarzt bringen sollte, der sich mit Reptilien auskennt. Der Tierarzt kann den Besitzer nicht nur über die richtigen Umweltbedingungen aufklären, sondern auch über die ideale Ernährung und die Verhaltensanforderungen (z. B. Äste für Arten, die klettern, und geeignete Einstreu für Arten, die graben müssen).

Reptilienhalter müssen auch darauf achten, dass die Temperaturbereiche in den Käfigen ihrer Tiere trotz der wechselnden Jahreszeiten und der damit verbundenen Temperaturschwankungen in ihren Wohnungen konstant bleiben. Das bedeutet oft, dass man im Winter zusätzliche Heizungen für die Becken anbringen und im Sommer entfernen muss, es sei denn, die Klimaanlage in der Wohnung läuft auf Hochtouren.

Wenn Reptilien richtig gehalten werden, können sie gut gedeihen und viele Jahre lang glücklich leben. Der Schlüssel liegt darin, die Bedingungen richtig zu gestalten, bevor Probleme auftreten, und diese sofort zu erkennen und zu behandeln, wenn sie auftreten.

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