Warum ist meine Katze immer hungrig?

Warum ist meine Katze immer hungrig?

Katzen sind in der Regel kleine Fresser, die tagsüber während ihrer wachen Zeit kleine Mengen fressen. Manche Katzen scheinen nie satt zu werden, ganz gleich, wie viel Futter man ihnen gibt oder wie oft sie gefüttert werden. Das kann viele Gründe haben, von einfacher Langeweile bis hin zu medizinischen Problemen.

8 Gründe für gesteigerten Appetit bei Katzen

Im Folgenden finden Sie einige Gründe, warum Ihre Katze scheinbar immer hungrig ist, sowie Informationen darüber, wie die einzelnen Fälle behandelt werden und wann Sie einen Tierarzt aufsuchen sollten:

Langeweile

Manche Katzen miauen nach Futter oder fressen einfach, weil sie sich langweilen. Um die Langeweile zu vertreiben, können Sie ihre Umgebung abwechslungsreicher gestalten. Interaktives Spielzeug, z. B. Spielzeug, mit dem die Katze jagen oder ihr Futter suchen kann, kann helfen, die Bettelgewohnheit zu unterbrechen.

Qualitativ schlechte Ernährung

Auch minderwertiges Futter oder eine Ernährung, die Ihrer Katze nicht genügend Kalorien liefert, um ihr Aktivitätsniveau über den Tag hinweg aufrechtzuerhalten, kann zu Heißhungerattacken führen.

Füttern Sie eine ausgewogene, auf die Lebensweise Ihrer Katze abgestimmte Nahrung. Kätzchen und aktive Katzen benötigen zum Beispiel mehr Kalorien, während sitzende Katzen mittleren Alters weniger Kalorien benötigen. Besprechen Sie den Ernährungsplan mit Ihrem Tierarzt, um die beste Ernährung und tägliche Kalorienzufuhr für ein gesundes Leben Ihrer Katze zu ermitteln.

Alterung und Veränderungen des Stoffwechsels

Wenn Katzen älter werden, verändert sich ihr Stoffwechsel, und ihr Körper verliert an Muskelmasse. Um mit diesen Veränderungen Schritt zu halten, verspürt Ihre Katze möglicherweise mehr Hunger. Ihr Tierarzt kann Ihnen dabei helfen, die Menge an Fetten, Proteinen, Aminosäuren und Kohlenhydraten zu bestimmen, die Ihre Katze täglich zu sich nehmen sollte, um das Verlangen nach mehr Futter zu verringern.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Bestimmte Medikamente, z. B. Kortikosteroide wie Prednisolon und appetitanregende Mittel wie Mirtazapin oder Capromorelin, führen zu einer Zunahme des Hungergefühls. Ihr Tierarzt wird diese möglichen Nebenwirkungen besprechen, wenn er Ihnen neue Medikamente verschreibt. Manchmal verschreiben Tierärzte diese Medikamente, um den Appetit einiger Katzen mit Appetitproblemen zu steigern.

Darmparasiten

Schwere Parasiteninfektionen oder bestimmte Arten von Parasiten (insbesondere Spul- und Bandwürmer) können bei Katzen erhöhten Hunger auslösen. Die Parasiten stehlen einen großen Teil der Kalorien, die Ihre Katze zu sich nimmt, und verursachen Gewichtsverlust und Hunger, selbst wenn sie häufige, kalorienreiche Mahlzeiten erhält.

Ihr Tierarzt kann eine Kotuntersuchung durchführen und Ihrer Katze geeignete Entwurmungsmedikamente verabreichen, um den Körper von diesen Darmparasiten zu befreien.

Hyperthyreose

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird durch eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse der Katze verursacht. Eine normale Schilddrüse produziert dieses Hormon, um den normalen Stoffwechsel im Körper aufrechtzuerhalten. Bei einer Hyperthyreose erhöht sich der Stoffwechsel der Katze aufgrund des übermäßigen Hormonspiegels.

Ein erhöhter Stoffwechsel führt zu Gewichtsverlust, Muskelschwund und oft auch zu stark gesteigertem Appetit. Diese Erkrankung führt auch häufig zu vermehrtem Durst, Urinieren und Erbrechen. Tierärzte diagnostizieren eine Hyperthyreose durch körperliche Untersuchung und Bluttests.

Diese Krankheit kann entweder mit Medikamenten zur Verlangsamung der Schilddrüsenhormonproduktion (Methimazol) oder mit einer Therapie mit radioaktivem Jod (I-131) behandelt werden, wenn Ihr Tierarzt feststellt, dass Ihre Katze ein geeigneter Kandidat ist. Eine chirurgische Thyreoidektomie wird nur selten durchgeführt, da es nach der Entfernung der Drüse zu Hypothyreose und Hypoparathyreoidismus kommen kann.

Diabetes mellitus

Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der die Katze nicht genügend Insulin im Körper hat (Diabetes Typ I) oder nicht auf das im Körper zirkulierende Insulin anspricht (Diabetes Typ II).

Beide Arten von Diabetes bei Katzen verhindern, dass der Körper Glukose (den körpereigenen Zucker) in verwertbare Energie umwandelt, was zu übermäßigen Zuckermengen im Blutkreislauf führt. Dies führt dazu, dass Ihre Katze auch bei Hyperglykämie (hohem Blutzuckerspiegel) Hunger verspürt.

Neben dem gesteigerten Hunger sind weitere klinische Anzeichen wie Gewichtsverlust, stumpfes Haarkleid, vermehrter Durst und Harndrang sowie in schweren Fällen Erbrechen, Durchfall und Antriebslosigkeit zu beobachten. Ihr Tierarzt kann die Diagnose mittels Blutzucker- und Urinuntersuchung stellen.

Eine Insulintherapie (Glargine, ProZinc) ist für Katzen mit Diabetes notwendig und wird in der Regel ein Leben lang benötigt. Eine Umstellung der Ernährung (Royal Canin Glycobalance, Purina DM, Hill’s m/d) kann ebenfalls hilfreich sein, um den Blutzuckerspiegel und das Hungergefühl zu stabilisieren.

Malabsorptive Krankheiten

Entzündliche Darmerkrankungen (IBD) oder Darmneoplasien können dazu führen, dass der Dünndarm die Nährstoffe aus der Nahrung, die Ihre Katze aufnimmt, nicht richtig absorbiert. Dies führt zu Gewichtsverlust, Muskelschwund und oft auch zu gesteigertem Appetit. Diese Anzeichen treten häufig zusammen mit Erbrechen, Durchfall und Pica (Fressen von Nicht-Futter) auf.

In seltenen Fällen kann bei Katzen eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) diagnostiziert werden, eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht die erforderliche Menge an Enzymen für den Abbau der Nahrung produziert. Dadurch wird die Fähigkeit des Körpers, die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, beeinträchtigt.

Zur Diagnose von Malabsorptionskrankheiten des Dünndarms sind häufig Blut- und Urinuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren im Bauchraum erforderlich. Die Behandlung hängt von der Diagnose ab. Eine Umstellung der Ernährung auf leicht verdauliche, oft hypoallergene/neue Proteinnahrung, Probiotika, Vitamin B12 (Cobalamin) und manchmal auch orale Steroide, Chemotherapie und/oder die Gabe von Verdauungsenzymen werden in der Regel empfohlen, um Hungerprobleme zu lindern.

Sollten Sie zum Tierarzt gehen, wenn Ihre Katze immer hungrig ist?

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Katze ständig hungrig ist (über 5-7 Tage), oder Sie diese anderen Anzeichen bemerken, sollten Sie unbedingt einen Termin beim Tierarzt vereinbaren:

Wie Tierärzte die Ursache für gesteigerten Appetit bei Katzen herausfinden

Die Tests können Folgendes umfassen:

  • Vollständige Blut- und Urinuntersuchung zur Bestimmung von Leber-, Nieren-, Schilddrüsen- und Elektrolytwerten sowie der roten und weißen Blutkörperchen
  • Untersuchung des Stuhls auf Darmparasiten
  • Bildgebende Verfahren im Bauchraum wie Röntgen oder Ultraschall zur Untersuchung des Magen-Darm-Trakts.

Manchmal wird ein spezieller Bluttest, ein so genanntes gastrointestinales Panel, empfohlen, mit dessen Hilfe weitere Untersuchungen auf malabsorptive Erkrankungen des Dünndarms durchgeführt werden können.

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