Wirbelsäulen- und Wirbeldefekte bei Hunden

Wirbelsäulen- und Wirbeldefekte bei Hunden

Angeborene Wirbelsäulen- und Wirbelsäulenfehlbildungen bei Hunden

Bei Hunden werden angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule und der Wirbelsäule am häufigsten genetisch vererbt (im Gegensatz zu ungünstigen Bedingungen während der fötalen Entwicklung). Insbesondere die Sacrococcygeale Dysgenesie (Entwicklungsstörung) ist ein dominantes Merkmal, während der thorakale Halbwirbel (Brusthalbwirbel) beim Deutschen Kurzhaar-Pointer ein rezessives Merkmal ist.

Fehlbildungen der Wirbelsäule zeigen sich in der Regel bei der Geburt oder in den ersten Lebenswochen. Andererseits können Wirbelfehlbildungen latent sein, bis der Hund im Alter von fünf bis neun Monaten einen Wachstumsschub erfährt. Sichtbare Anzeichen für eine verkrümmte Wirbelsäule sind die Lordose (Krümmung der Wirbelsäule im unteren Rückenbereich) und die Kyphose (eine hintere Krümmung der Wirbelsäule).

Auch die Skoliose (eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule) ist eine gut sichtbare Form der Wirbelfehlbildung. Wenn die Fehlbildungen zu einer sekundären Kompression des Rückenmarks und einem Trauma führen, zeigt der betroffene Hund Ataxie und Parese. Die neurologischen Manifestationen von Wirbelsäulen- und Wirbelmissbildungen lassen sich mit Medikamenten oft nicht beheben. Wenn die Erkrankung schwerwiegend und nicht behandelbar ist, sollte eine Euthanasie in Betracht gezogen werden.

Symptome und Arten

  • Fehlbildung der Hinterhauptsknochen – Atlas und Axis (der erste und zweite Halswirbel an der Schädelbasis):
    • Verursacht eine Kompression des oberen Rückenmarks, die zu Lähmungen und plötzlichem Tod führen kann.
    • Häufiger bei Hunden kleiner Rassen
    • Kyphose, Skoliose, Lordose
    • Keilförmige Wirbel, verursacht einen Winkel in der Wirbelsäule
    • Beeinträchtigt am ehesten das neurologische System
    • Schwäche der hinteren Gliedmaßen (Paraparese), Lähmung
    • Kann ohne Symptome bleiben
    • Betrifft Rassen mit kurzem Schädel und Rassen mit “Schraubschwänzen” (kann bei einigen Rassen erwünscht sein)
    • Möpse, Boston Terrier, französische und englische Bulldoggen
    • Weist Merkmale von zwei Wirbeltypen auf
    • Kann zu einer Kompression des Rückenmarks und Bandscheibenveränderungen führen
    • Verschmolzene Wirbel aufgrund falscher Segmentierung der Wirbel
    • Das Tier kann ein normales Leben ohne Symptome führen.
    • Wirbel mit einem Spalt durch den Körper und einer Trichterform an den Enden (was bei der Röntgenuntersuchung das Aussehen eines Schmetterlings ergibt)
    • Verursacht eine Instabilität des Wirbelkanals und selten eine Kompression des Rückenmarks mit Lähmungen
    • Defekte Bildung der untersten Wirbel der Wirbelsäule
    • Assoziiert mit Spina bifida (Fehlen von Wirbelbögen in der Wirbelsäule)
    • Variable Wirbelsäulendysplasie (abnorme Entwicklung); Dysraphismus (fehlerhafte Wirbelfusion); Syringomyelie (Zyste im Rückenmark); Hydromyelie (vergrößerter zentraler Kanal im Rückenmark, in dem sich überschüssige Hirnflüssigkeit ansammelt); und Myelodysplasie (fehlerhafte Entwicklung des Knochenmarks)
    • Der Hund zeigt möglicherweise keine Symptome
    • Bulldoggen, Möpse, Boston Terrier
    • Defekte Entwicklung des Knochenmarks
    • Weimaraner
    • Chondrodystrophische (zwergwüchsige) Rassen
    • Basset Hound, Beagle, Dackel, Lhasa Apso, Shih Tzu, Pekinese
    • Dobermannpinscher sind ebenfalls genetisch veranlagt.

    Ursachen

    • Genetische Vererbung
    • Möglicherweise Exposition von trächtigen Hündinnen gegenüber:
      • Verbindungen, die während der fötalen Entwicklung Geburtsfehler verursachen
      • Gifte
      • Ernährungsmängel
      • Stress

      Diagnose

      Sie müssen Ihrem Tierarzt eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand Ihres Hundes und das Auftreten der Symptome geben. Es wird eine umfassende körperliche Untersuchung durchgeführt. Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule (einschließlich aller Wirbel) können oft die genaue Fehlbildung aufzeigen. Bei neurologischen Symptomen (Lähmungen) kann mit Hilfe einer Myelographie genau festgestellt werden, auf welcher Ebene das Rückenmark komprimiert ist. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird eine röntgendichte Substanz in die Wirbelsäule oder in den membranösen Raum, der das Rückenmark umgibt, injiziert, so dass die Defekte in der Wirbelsäule auf Röntgenbildern sichtbar werden.

      Die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) können ebenfalls hilfreich sein und sind in einigen Fällen wesentlich empfindlicher als Röntgenstrahlen. Im Allgemeinen ist jedoch die Myelographie das diagnostische Bildgebungsverfahren der Wahl.

      Behandlung

      Eine Operation kann hilfreich sein, wenn der Wirbelkanal verengt ist und das Rückenmark dekomprimiert wird. Sekundärschäden durch die Wirbelsäulenkompression können vermieden werden, wenn frühzeitig ein chirurgischer Eingriff erfolgt. Wenn die Wirbelsäulenkompression diffus oder langfristig ist, spricht Ihr Hund möglicherweise nicht auf eine Operation an. Wenn Ihr Hund nach der Operation neurologische Symptome wie Schwindel, Krampfanfälle oder Lähmungen zeigt, kann eine eingeschränkte Aktivität in Kombination mit Physiotherapie hilfreich sein.

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