Überproduktion von roten Blutkörperchen bei Hunden

Überproduktion von roten Blutkörperchen bei Hunden

Polyzythämie ist eine ziemlich ernste Blutkrankheit, die durch eine abnorme Zunahme der Anzahl roter Blutkörperchen im Kreislaufsystem gekennzeichnet ist. Es handelt sich um einen Anstieg des gepackten Zellvolumens (PCV), der Hämoglobinkonzentration (der rote Farbstoff der Blutzelle) und der Anzahl der roten Blutkörperchen (RBC) über die Referenzintervalle hinaus, der auf eine relative, vorübergehende oder absolute Zunahme der Anzahl der zirkulierenden roten Blutkörperchen zurückzuführen ist.

Die Polyzythämie wird als relativ, vorübergehend oder absolut eingestuft. Eine relative Polyzythämie entsteht, wenn eine Abnahme des Plasmavolumens, die in der Regel durch Dehydratation verursacht wird, eine relative Zunahme der zirkulierenden Erythrozyten zur Folge hat. Eine vorübergehende Polyzythämie wird durch die Kontraktion der Milz verursacht, die als Reaktion auf Adrenalin, das Hormon, das auf Stress, Wut und Angst reagiert, konzentrierte Erythrozyten in den Kreislauf injiziert. Die absolute Polyzythämie ist durch einen absoluten Anstieg der zirkulierenden Erythrozytenmasse als Folge einer erhöhten Knochenmarksproduktion gekennzeichnet.

Eine absolute Polyzythämie, die durch eine erhöhte Anzahl von Erythrozyten im Knochenmark gekennzeichnet ist, kann primär oder sekundär durch eine erhöhte EPO-Produktion bedingt sein. Die primäre absolute Polyzythämie (auch Polycythemia rubra vera genannt) ist eine myeloproliferative Störung, die durch eine übermäßige, unkontrollierte Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark gekennzeichnet ist. Die sekundäre absolute Polyzythämie wird durch eine physiologisch angemessene Freisetzung von EPO infolge einer chronischen Hypoxämie (Sauerstoffmangel) oder durch eine unangemessene und übermäßige Produktion von EPO oder einer EPO-ähnlichen Substanz bei einem Tier mit normalem Sauerstoffgehalt im Blut verursacht.

Die Krankheit betrifft sowohl Hunde als auch Katzen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie diese Krankheit Katzen betrifft, besuchen Sie bitte diese Seite in der PetMD-Gesundheitsbibliothek.

Symptome und Arten

  • Mangel an Energie
  • Geringe Bewegungstoleranz
  • Dunkelrotes oder bläuliches Zahnfleisch
  • Nasenbluten
  • Vergrößerter Bauch

Verursacht

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verminderte Wasseraufnahme
  • Nierenerkrankung
  • Hyperventilation
  • Aufregung
  • Unruhe
  • Krampfanfälle
  • Zurückhaltung
  • Seltene myeloproliferative Störung (Knochenmarkstörung)
  • Zu wenig Sauerstoff im Blut (Hypoxämie)
    • Langfristige Lungenerkrankung
    • Herzkrankheit
    • Große Höhe
    • Beeinträchtigung der Blutzufuhr zu den Nieren
    • Nierenzyste
    • Anschwellen einer Niere aufgrund von Urinstauung
    • Überfunktion der Nebenniere
    • Überfunktion der Schilddrüse
    • Tumor in der Nebenniere
    • Krebs

    Diagnose

    Ihr Tierarzt wird eine vollständige körperliche Untersuchung Ihres Hundes durchführen, einschließlich eines chemischen Blutprofils, eines vollständigen Blutbildes, einer Urinanalyse und einer Elektrolytanalyse. Ihr Tierarzt wird auch den Sauerstoffgehalt im Blut messen. Auch Hormontests (anhand von Blutproben zur Analyse von Hormonen) können zur Messung des EPO-Spiegels eingesetzt werden. Röntgen- und Ultraschallbilder sind ebenfalls nützlich, um Herz, Nieren und Lunge auf Grunderkrankungen zu untersuchen, die eine Polyzythämie verursachen könnten.

    Sie müssen eine gründliche Anamnese des Gesundheitszustands Ihres Hundes erheben, einschließlich der Vorgeschichte der Symptome und möglicher Vorfälle, die zu diesem Zustand geführt haben könnten. Die von Ihnen gelieferte Anamnese kann Ihrem Tierarzt Hinweise darauf geben, welche Organe die sekundären Krankheitssymptome verursachen.

    Behandlung

    Bei dieser Erkrankung sollte Ihr Hund stationär behandelt werden. Abhängig von der Ursache der Polyzythämie wird Ihr Tierarzt entscheiden, ob Ihrem Hund ein Teil der überschüssigen roten Blutkörperchen durch Öffnen einer Vene – Phlebotomie genannt – entnommen werden muss und ob der Überschuss durch einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut verursacht wurde, was eine gewisse Sauerstofftherapie erforderlich machen würde. Möglicherweise muss Ihr Hund auch mit einer Flüssigkeitstherapie oder mit Medikamenten behandelt werden, wenn eine Blutmarkstörung (myeloproliferative/polycythemia vera) diagnostiziert wurde.

    Leben und Behandlung

    Ihr Tierarzt wird je nach Bedarf Nachsorgetermine mit Ihrem Hund vereinbaren, um ein normales gepacktes Zellvolumen zu gewährleisten und die Fortschritte zu verfolgen.

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