Tabak-(Nikotin-)Vergiftungen bei Hunden

Tabak-(Nikotin-)Vergiftung bei Hunden

Eine Nikotinbelastung kann für Ihren Hund sehr gefährlich sein. Nikotin, das traditionell in Tabakerzeugnissen wie Zigaretten, Zigarren und Kautabak enthalten ist, findet sich heute auch in E-Zigaretten, Pflastern, Kaugummis und anderen Produkten, die den Konsumenten helfen sollen, ihre Tabakabhängigkeit zu reduzieren. Diese neueren Produkte sind häufig aromatisiert, so dass sie von unseren vierbeinigen Begleitern häufiger aufgenommen werden. Obwohl Passivrauchen andere negative Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Hundes hat, ist eine Nikotinvergiftung durch Einatmen sehr selten.

Nikotin ist ein Stimulans, das auf spezifische Rezeptoren in Säugetiernerven abzielt, die normalerweise durch Acetylcholin aktiviert werden. Da die Toxizität zu einer Aktivierung einer abnormalen Anzahl von Rezeptoren führt, werden die betroffenen Nerven überstimuliert und feuern schnell. Größere Mengen können das gesamte Nervensystem überfordern.

Die Aufnahme von Nikotin durch Ihren Hund sollte als Notfall behandelt werden, und es sollte so schnell wie möglich eine Dekontamination versucht werden. Die Symptome treten in der Regel innerhalb einer Stunde nach der Einnahme auf. Die Behandlung der auftretenden Vergiftungssymptome erfordert häufig einen Krankenhausaufenthalt und intensive Pflege.

Symptome einer Nikotinvergiftung bei Hunden

Die Anzeichen einer Nikotinvergiftung bei Hunden sind sehr unterschiedlich und hängen von der Nikotinkonzentration im Produkt und der aufgenommenen Menge ab. Überreizte Nerven können gastrointestinale Symptome wie Durchfall, Sabbern und Erbrechen sowie Unruhe, Erregung und verengte Pupillen hervorrufen. Höhere Dosen können Krampfanfälle, Verwirrung, Schwierigkeiten beim Gehen und eine erhöhte Herzfrequenz verursachen. Die Einnahme von mehr als 9-12 mg/kg Nikotin ohne Dekontamination führt wahrscheinlich zum Tod.

Im Allgemeinen enthalten Pflaster die höchste Nikotinkonzentration und sind für Hunde am gefährlichsten. Aber auch ein Zigarettenstummel kann genug Nikotin enthalten, um Krankheiten zu verursachen. Auch Nikotinkaugummis sind mit Vorsicht zu genießen. Diese haben oft eine geringere Nikotinkonzentration, können aber auch Xylit enthalten, das ebenfalls giftig für Hunde ist.

Ursachen von Nikotinvergiftungen bei Hunden

Das Verschlucken von Nikotinprodukten ist heute aufgrund der verfügbaren aromatisierten Produkte häufiger, obwohl junge Hunde und Welpen Aschenbecher oder E-Zigaretten trotz der üblen Aromen immer noch ein verlockendes Ziel finden können. Es ist wichtig, diese Produkte außerhalb der Reichweite Ihres Hundes aufzubewahren und darauf zu achten, wo weggeworfene Produkte und meist leere Kartuschen landen.

Diagnose von Nikotinvergiftungen bei Hunden

Die Diagnose einer Nikotinvergiftung hängt in hohem Maße von einer bekannten Exposition oder dem Nachweis von Tabakprodukten im Erbrochenen des Hundes ab. Die klinischen Anzeichen können denen anderer Vergiftungen mit Stimulanzien, z. B. mit Schokolade, sehr ähnlich sein, aber es gibt keine spezifischen Tests, um sie zu bestätigen. Benachrichtigen Sie Ihren Tierarzt sofort, wenn Sie bei Ihrem Hund Symptome einer Vergiftung feststellen.

Behandlung von Nikotinvergiftungen bei Hunden

Wird die Vergiftung sofort, d. h. innerhalb einer Stunde, festgestellt, besteht die übliche Behandlung in einer Dekontamination. Glücklicherweise wird Nikotin nicht gut durch die Magenschleimhaut resorbiert. Wenn also Erbrechen ausgelöst werden kann, bevor die Produkte den Dünndarm erreichen, kann eine Vergiftung vermieden werden. Lösen Sie das Erbrechen nicht zu Hause aus, denn Ihr Tierarzt verfügt über sicherere Medikamente für diesen Vorgang. Es ist wichtig, dass Ihr Hund so schnell wie möglich behandelt wird, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Nach dem Erbrechen kann Ihrem Hund Aktivkohle verabreicht werden, um das noch im Magen befindliche Nikotin zu binden. Ihr Tierarzt kann auch beschließen, Ihren Hund zu betäuben und seinen Magen über einen Schlauch zu spülen, der in den Rachen eingeführt wird.

Selbst bei leichten Vergiftungen wird häufig ein Krankenhausaufenthalt empfohlen, um Ihren Hund beim Abbau und der Ausscheidung des restlichen Giftes zu unterstützen. Nikotin wird in der Leber abgebaut und dann über den Urin ausgeschieden. Ein Urinansäuerungsmittel kann helfen, diesen Prozess zu beschleunigen.

Hunde mit Zittern, Krampfanfällen oder kardiovaskulären Symptomen benötigen möglicherweise zusätzliche Medikamente, um diese Symptome zu lindern, während das Toxin ausgeschieden wird. Oft müssen diese Medikamente per Injektion verabreicht werden. In schweren Fällen kann es erforderlich sein, dass Ihr Hund an ein Beatmungsgerät angeschlossen wird.

Genesung und Behandlung von Nikotinvergiftungen bei Hunden

Die Nikotinvergiftung und die Genesung verlaufen relativ schnell. Klinische Anzeichen werden in der Regel innerhalb einer Stunde festgestellt. Wenn ein Hund in den ersten vier Stunden nach Auftreten der Symptome erfolgreich unterstützt werden kann, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich erholt. Es ist selten, dass ein Hund länger als 24-48 Stunden im Krankenhaus bleiben muss.

Die Prognose bei Nikotinaufnahme ist je nach Dosis sehr unterschiedlich. Bei einer niedrigen Dosis, die angemessen behandelt wird, ist die Prognose ausgezeichnet und die Wahrscheinlichkeit von Langzeitfolgen gering. Hunde, bei denen es zu anhaltenden Krampfanfällen oder signifikanten Herzveränderungen kommt, können bleibende Schäden am Gehirn oder anderen Organen erleiden, aber auch bei hohen Dosen, die umgehend behandelt und erfolgreich stabilisiert werden, kann eine vollständige Genesung eintreten.

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