Schnelles Zellwachstum bei Hunden

Histiozytäre Erkrankungen sind seltene Hauterkrankungen, die auf ein schnelles und übermäßiges Wachstum von Zellen zurückzuführen sind. Dieses zelluläre Verhalten wird medizinisch als Zellproliferation bezeichnet.

Sie treten bei jungen bis mittelalten Hunden auf, wobei das Durchschnittsalter bei fünf Jahren liegt. Es gibt keine offensichtliche geschlechtsspezifische Prädisposition, und die Hauterkrankung ist nicht auf bestimmte Rassen beschränkt, aber systemische Erkrankungen – bei denen sich die Hauterkrankung auf das Körpersystem ausbreitet – wurden vor allem bei Berner Sennenhunden beobachtet.

Symptome und Arten

  • Die Läsionen betreffen die Haut und sind subkutan (im tiefen Bindegewebe der Haut)
  • Mehrere Knötchen oder Plaques an Kopf und Hals, Rumpf, Extremitäten und Hodensack
  • Keine systemische Organbeteiligung
  • Häufig fluktuierender, chronischer Verlauf, wobei es zu einer spontanen Rückbildung der Läsionen kommen kann
  • Blässe, Schwäche, Kurzatmigkeit (Dyspnoe) mit abnormen Lungengeräuschen und neurologische Anzeichen (z. B. Krampfanfälle, zentrale Störungen, Schwäche der Hinterbeine)
  • Mäßige bis starke Vergrößerung der Lymphdrüsen sowie Vergrößerung von Milz und Leber
  • Gelegentlich werden Massen in der Leber und/oder Milz gefunden
  • Augen und Haut sind selten betroffen
  • Die bösartige Form tritt bei älteren Hunden mit einem Durchschnittsalter von sieben Jahren auf.
  • Die maligne Histiozytose ist schnell fortschreitend und verläuft in der Regel tödlich.
  • Ausgeprägte Neigung zu Haut und Lymphknoten
  • Multiple kutane (äußere Haut) Massen sind knotig, gut abgegrenzt und oft ulzeriert, verkrustet oder haarlos um die Masse herum (alopezisch)
  • Häufig zu finden an der Schnauze, dem Nasalplanum (schwarzer Bereich der Nase), den Augenlidern, der Flanke und dem Hodensack
  • Mäßig bis stark vergrößerte Lymphdrüsen (Lymphadenomegalie) sind häufig vorhanden
  • Augenmanifestationen
  • Abnorme Atemgeräusche und/oder Infiltration der Nasenschleimhaut
  • Organomegalie (Organvergrößerung) tritt mit systemischer Beteiligung auf
  • Die systemische Histiozytose ist eine chronische und fluktuierende, schwächende Krankheit mit mehreren klinischen Episoden und Perioden ohne Symptome.

Andere Symptome und Typen

  • Am häufigsten sind Berner Sennenhunde betroffen
  • Golden Retriever, Flat Coated Retriever und Rottweiler scheinen prädisponiert zu sein, was auf genetische Faktoren hindeutet
  • Lethargie
  • Atemstillstand (Schnarchgeräusche) (Kurzatmigkeit)
  • Bei Hunden mit kutaner (Haut-) Histiozytose und bei einigen Hunden mit systemischer Histiozytose sind Anzeichen einer systemischen Erkrankung möglicherweise nicht vorhanden

Ursachen

  • Systemische und kutane (äußere Haut) Histiozytose scheinen auf eine Entzündung der Zellen zurückzuführen zu sein
  • Nicht krebsartige Erkrankungen, die durch die Vermehrung aktivierter Hautzellen entstehen
  • Das Fehlen infektiöser Erreger und das Fehlen von Reaktionen auf Medikamente lassen darauf schließen, dass schlecht regulierte Immunreaktionen beteiligt sein könnten.
  • Bösartige (aggressive und sich schnell ausbreitende) Vermehrung von Zellen
  • Familiäre Erkrankung des Berner Sennenhundes, die bis zu 25 % aller Tumoren bei dieser Rasse ausmacht

Diagnose

Ihr Tierarzt wird Ihren Hund gründlich untersuchen und ein komplettes Blutbild, ein chemisches Blutprofil, ein komplettes Blutbild und eine Urinuntersuchung durchführen. Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, sind umfangreiche Laboruntersuchungen erforderlich. Eine Biopsie (Gewebe- und Flüssigkeitsprobe) der betroffenen Organe und/oder Lymphknoten muss entnommen werden. Eine zytologische Untersuchung (eine mikroskopische Untersuchung der Zellen) der Knochenmarkaspiration ode r-biopsie kann eine systemische histiozytäre Infiltration zeigen. Die Diagnose der Histiozytose ist oft schwierig, da die Ergebnisse der mikroskopischen Analyse der Zellen nicht immer eindeutig sind.

Die Immunhistochemie, bei der eine Gewebeprobe zum Nachweis von Antigenen (Moleküle, die an Antikörper binden), zur Typisierung des Tumors und zur Prüfung der Reaktion der Tumorzellen auf eine Therapie verwendet wird, kann wirksam zur Diagnose einer histiozytären Erkrankung eingesetzt werden. Eine immunhistochemische Färbung kann auch nützlich sein, um den histiozytären Ursprung der Zellen zu überprüfen.

Behandlung

Je nach klinischem Befund können Flüssigkeitstherapie oder Bluttransfusionen erforderlich sein.

Leben und Management

Die Wirksamkeit der Behandlung wird durch wiederholte körperliche Untersuchungen, vollständige Blutbilder, biochemische Profile und diagnostische Bildgebung festgestellt. Die Prognose für Hunde mit maligner Histiozytose ist äußerst schlecht. Der Tod tritt in der Regel innerhalb weniger Monate nach der Diagnose ein.

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