Prostataentzündung und Abszesse bei Hunden

Prostataentzündung und Abszess bei Hunden

Ein Abszess in der Prostata zeigt sich durch einen mit Eiter gefüllten Sack, der zu einer Prostatitis, einer Entzündung der Prostata, führen kann. Dies ist oft das Ergebnis einer langjährigen Infektion, die unentdeckt geblieben ist. Die Prostatitis wird in zwei Phasen unterteilt: die akute (im Frühstadium) und die chronische (im weiteren Verlauf der Erkrankung).

Eine akute Prostatitis entsteht durch den plötzlichen Ausbruch einer bakteriellen Infektion in der Prostata. Gelegentlich bricht der Abszess auf und sein Inhalt ergießt sich in die Bauchhöhle.

Eine chronische Prostatitis tritt auf, wenn eine seit langem bestehende Infektion unentdeckt geblieben ist. Eine akute Prostatitis kann auch zu einer chronischen Prostatitis führen, wobei die anfänglichen Symptome übersehen werden.

Symptome und Arten

Plötzliche (akute) Prostatitis

  • Lethargie/Depression
  • Anstrengung bei der Entleerung
  • Schwierigkeiten beim Urinieren
  • Schmerzen im Unterleib
  • Steifes Gangbild

Langfristige (chronische) Prostatitis

  • Kann keine erkennbaren Anzeichen haben

Verursacht

Alle männlichen Hunde sind gefährdet, an einer Prostatitis zu erkranken; es gibt keine Rassen, die davon ausgenommen oder anfälliger sind als andere. Ein höheres Risiko besteht jedoch bei Hunden im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Einige der Risikofaktoren für diese Erkrankung sind:

  • Bakterien, die von den Harnwegen zur Prostata aufsteigen
  • Ausbreitung von Bakterien aus anderen Körperregionen in die Prostata
  • Ausbreitung von Bakterien aus einer Wunde auf die Prostata
  • Vorhandensein funktionsfähiger Hoden (hormonell)
  • Vergrößerte Prostata
  • Einnahme von männlichen oder weiblichen Hormonen in der Anamnese
  • Gestörtes Immunsystem

Diagnose

Sie müssen Ihrem Tierarzt eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand und die medizinische Vorgeschichte Ihres Hundes, Einzelheiten über das Auftreten der Symptome und mögliche Vorfälle, die zu diesem Zustand geführt haben könnten, liefern. Die von Ihnen gelieferte Anamnese kann Ihrem Tierarzt Hinweise auf die Hauptursache der Erkrankung liefern. Ihr Tierarzt wird Ihren Hund einer vollständigen körperlichen Untersuchung unterziehen und dabei auch Standard-Labortests wie ein blutchemisches Profil, ein komplettes Blutbild, ein Elektrolytbild und eine Urinanalyse durchführen. Nur so kann festgestellt werden, ob die Organe ordnungsgemäß funktionieren, und es können Faktoren wie bakterielle Infektionen, mikroskopisch sichtbares Blut im Urin oder eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen festgestellt werden, die darauf hindeuten, dass der Körper eine Infektion bekämpft.

Es kann Blut im Urin vorhanden sein. Bei Hunden mit Prostatitis kann es zu Blutungen kommen, auch wenn sie nicht urinieren. Manchmal uriniert ein betroffener Hund überhaupt nicht oder zeigt Schmerzen beim Urinieren. Der Kot kann auch flach erscheinen und/oder der Hund kann verstopft sein.

Bei der körperlichen Untersuchung führt Ihr Tierarzt einen behandschuhten Finger in den Enddarm Ihres Hundes ein, um die Prostata zu ertasten. Wenn Ihr Hund schmerzhaft reagiert und/oder sich die Prostata vergrößert anfühlt, müssen Biopsien für eine histopathologische Untersuchung, Zytologie und Kultur sowie Empfindlichkeitstests entnommen werden.

Behandlung

Wenn die Ursache der Prostatitis bakteriell ist, muss Ihr Hund stationär aufgenommen werden und intravenös Antibiotika erhalten. Leidet Ihr Hund nur an einer leichten chronischen Prostatitis, kann er ambulant behandelt werden.

Eine Kastration kann die Prostatitis lindern, wenn sie hormonell bedingt ist, denn nicht kastrierte Hunde sind anfälliger für diese Art von Krankheit. Ihr Tierarzt kann auch Hormonblocker verschreiben, um das Risiko eines erneuten Auftretens zu verringern.

Wenn Ihr Hund an einer rupturierten, abszedierten Prostata leidet, muss er möglicherweise operiert werden, sobald die Antibiotikatherapie seinen Zustand stabilisiert hat.

Leben und Management

Sofern Ihr Hund nicht an einem Prostataabszess leidet, der in die Bauchhöhle vorgedrungen ist, sind die Heilungsaussichten gut bis ausgezeichnet. Wenn Ihr Hund gesund bleiben kann (d. h. nicht kastriert ist), müssen Sie verhindern, dass er sich paart, bis er sich von der bakteriellen Prostatitis erholt hat und bis keine Bakterien mehr in den Prostataflüssigkeitsproben vorhanden sind. Diese Proben werden bei den Nachuntersuchungen durch Ihren Tierarzt zur Laboruntersuchung entnommen.

Wenn Ihr Tierarzt Ihnen rät, Ihren Hund kastrieren zu lassen, um ein Wiederauftreten der Prostatitis zu verhindern, wird sich seine Gesamtprognose dadurch erheblich verbessern. Wenn Ihr Hund wieder Schwierigkeiten beim Wasserlassen hat, mit einem schmerzhaften Gang läuft oder andere Symptome zeigt, die er während der Prostatitis hatte, wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt, da die Prostatitis möglicherweise wieder auftritt.

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