Neuer Test verspricht frühzeitige Warnung vor Nierenkrankheiten bei Haustieren

Nierenerkrankungen stellen sowohl für Tierärzte als auch für Tierhalter eine Herausforderung dar. Es kann schwierig sein zu erkennen, ob Ihr Hund oder Ihre Katze Nierenprobleme hat, und die zugrunde liegende Ursache ist oft schwer zu diagnostizieren. Glücklicherweise suchen Wissenschaftler und Forscher ständig nach neuen Möglichkeiten, das Problem zu erkennen.

Was ist eine Nierenerkrankung?

Es gibt zwei Formen von Nierenerkrankungen bei Hunden und Katzen – akute und chronische. Bei der akuten Form hören die Nieren Ihres Haustiers sofort auf, richtig zu arbeiten. Dies kann auf eine Infektion, eine Verletzung, die Einnahme einer giftigen Substanz oder ein Problem in der Niere (Tumor oder Nierensteine) zurückzuführen sein.

Eine chronische Nierenerkrankung liegt bereits seit einiger Zeit (mehrere Monate) vor, ohne dass das Tier spezifische Symptome zeigt. Diese Krankheit kann in ein lebensbedrohliches Nierenversagen übergehen.

Symptome einer Nierenerkrankung bei Hunden und Katzen

Die Niere besteht aus Tausenden von mikroskopisch kleinen Einheiten, den Nephronen. Da so viele Nephrone die Arbeitslast tragen müssen, treten Symptome erst auf, wenn ein erheblicher Prozentsatz der Niere erkrankt ist.

Im Anfangsstadium einer Nierenerkrankung verlangsamt sich die normale Filtration, die in den Nephronen stattfinden sollte, was zu einer Ansammlung von Abfallprodukten im Körper führt. Normalerweise scheidet der Körper des Tieres diese Stoffe mit dem Urin aus. Werden diese Giftstoffe nicht ordnungsgemäß gefiltert, kommt es zu Krankheiten. Zu den unspezifischen Anzeichen können Depressionen, Erbrechen, verminderter Appetit, Gewichtsverlust und Durchfall gehören.

Wie wird eine Nierenerkrankung typischerweise diagnostiziert?

Nach einer körperlichen Untersuchung Ihres Tieres führt der Tierarzt eine Blut- und Urinuntersuchung durch. Liegt eine Nierenerkrankung vor, zeigt ein Blutbild in der Regel erhöhte Werte der Substanzen Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) und Kreatinin. Die Urinanalyse gibt Aufschluss darüber, ob Eiweiß in den Urin abgegeben wird, sowie über Anzeichen einer Infektion. Zusätzliche Tests wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen zur Untersuchung der Größe und Struktur der Nieren können in Betracht gezogen werden. Diese Tests sind nicht immer aussagekräftig. Ihr Tierarzt muss möglicherweise weitere Tests durchführen.

Forschung zu neuen Methoden der Diagnose von Nierenerkrankungen

Jüngste Forschungsarbeiten an der Oregon State University haben zur Entdeckung eines Indikators geführt, der von nierenkranken Katzen und Hunden produziert wird. Dieser Biomarker wird als symmetrisches Dimethylarginin (SDMA) bezeichnet.

SDMA ist eine Form von Aminosäure, die durch den Abbau von Proteinen entsteht und in den Blutkreislauf freigesetzt wird, um den Körper über die Nieren wieder zu verlassen. Ein erhöhter SDMA-Spiegel im Blut kann viel früher festgestellt werden als ein Anstieg anderer Indikatoren für Nierenerkrankungen (erhöhte BUN- und Kreatininwerte). SDMA ist wichtig, weil es nicht von anderen Erkrankungen beeinflusst wird, die bei einem kranken Tier zu erhöhten Kreatininwerten führen können (Lebererkrankung, Herzerkrankung, Cushing-Syndrom usw.).

Es wurde festgestellt, dass SDMA-Werte etwa 17 Monate früher auf das Vorliegen einer Nierenerkrankung hinweisen als die Messung des Kreatininspiegels (Yerramilli, et al.). Eine andere Studie, die an Hunden mit chronischer Nierenerkrankung durchgeführt wurde, zeigte, dass SDMA etwa 9,5 Monate früher als erhöhte Kreatininwerte nachgewiesen werden konnte (Hall, et al).

Neuer Test zur Erkennung des Beginns einer Nierenerkrankung bei Hunden und Katzen

Die Entdeckung dieses Biomarkers hat die Entwicklung eines Screening-Tests ermöglicht, mit dem sich Nierenerkrankungen im frühesten Stadium diagnostizieren lassen. IDEXX Reference Laboratories hat ein solches Diagnoseinstrument entwickelt, das in alle Routine-Blutchemie-Tests für Hunde und Katzen aufgenommen werden soll.

Dieser Test wird Tierärzten helfen, das Potenzial einer Nierenerkrankung bei Hunden und Katzen viel früher zu erkennen. Überwachungs- und Behandlungsprotokolle in diesem Stadium können die Lebensdauer eines Tieres um mehrere Monate bis Jahre verlängern.

Behandlung von Nierenkrankheiten bei Hunden und Katzen

Ziel der Behandlung von Nierenerkrankungen ist es, die Arbeitsbelastung des funktionstüchtigen Nierengewebes zu verringern. Wenn die Krankheit früher diagnostiziert wird, steht ein größerer Prozentsatz funktionierender Nephrone zur Verfügung, um die allgemeine Gesundheit zu erhalten. Zu Beginn können Schmerzmittel, intravenöse Flüssigkeiten und Medikamente gegen Übelkeit eingesetzt werden, um den Zustand des Tieres zu stabilisieren. Bakterielle Infektionen können mit Antibiotika behandelt werden, während Steine/Verstopfungen durch einen chirurgischen Eingriff und eine Ernährungsumstellung behandelt werden können. In schweren Fällen kann eine Nierendialyse oder Nierentransplantation angezeigt sein.

Sobald sich die Nierenschäden stabilisiert haben, können sie durch eine Umstellung der Ernährung kontrolliert werden, um die Menge an Eiweiß, die durch die Nephrone gefiltert wird, zu verringern, damit diese besser arbeiten können. Je nach Schweregrad der Schädigung haben Tiere mit dieser Erkrankung unterschiedliche Prognosen. Wird die Krankheit früh genug erkannt, können sich die Tiere stabilisieren, und die Nieren kompensieren sie so gut, dass nur eine Ernährungsumstellung und eine routinemäßige Überwachung erforderlich sind. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, benötigen die Tiere möglicherweise eine regelmäßige Flüssigkeitstherapie und bei Bedarf Medikamente zur Kontrolle der Symptome. Die Ernährung von Patienten mit Nierenerkrankungen ist in der Regel eiweiß-, natrium- und phosphorarm, wird durch hochwertige Eiweiß- und Kohlenhydratquellen ergänzt und mit Antioxidantien und Fettsäuren angereichert.

Zwar gibt es keine Heilung, aber die Symptome einer chronischen Nierenerkrankung können behandelt und weitere Schäden verhindert werden, damit Sie und Ihr Haustier mehr Zeit miteinander verbringen können. Aus diesem Grund ist die Entdeckung des SDMA-Biomarkers ein bedeutender Fortschritt in der Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen bei Hunden und Katzen.

Referenzen

Yerramilli M, Yerramilli M, Obare E, Jewell DE, Hall JA. Symmetrisches Dimethylarginin (SDMA) steigt bei Hunden mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) früher an als das Serumkreatinin. [ACVIM Abstract NU-42]. J Vet Intern Med 2014;28(3):1084-1085. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jvim.12361/abstract. Accessed January 14, 2015.

Hall JA, Yerramilli M, Obare M, Yerramilli M, Melendez LD, Jewel DE. Beziehung zwischen magerer Körpermasse und Serum-Biomarkern der Niere bei gesunden Hunden. J Vet Intern Med 2015;29(3):808-814.

LESEN SIE MEHR: