Nerven-/Muskelerkrankungen bei Hunden

Nerven-/Muskelerkrankung bei Hunden

Myasthenia gravis ist eine Störung der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln (neuromuskuläre Übertragung), die durch Muskelschwäche und übermäßige Ermüdung gekennzeichnet ist. Die Störung ist angeboren (bei der Geburt vorhanden) und familiär (tritt in Familien oder Linien auf). Bei Jack-Russell-Terriern, Englischen Springer-Spaniels, Foxterriern und Kurzhaar-Zwergdackeln wird die Krankheit autosomal-rezessiv vererbt.

Die Krankheit kann auch erworben werden (nicht vererbt, sondern später im Leben/nach der Geburt), aber wie bei anderen Autoimmunkrankheiten ist ein entsprechender genetischer Hintergrund erforderlich, damit die Krankheit auftritt. Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, darunter Umwelt-, Infektions- und hormonelle Einflüsse. Die familiären Formen der erworbenen Myasthenia gravis treten bei den Rassen Neufundländer und Deutsche Dogge auf.

Erworbene Formen betreffen mehrere Hunderassen: Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever, Dackel, Scottish Terrier und Akitas.

Die angeborene Form wird im Alter von 6-8 Wochen sichtbar. Bei der erworbenen Form gibt es ein bimodales Alter des Auftretens. Entweder im Alter von 1-4 Jahren oder im Alter von 9-13 Jahren. Es kann eine leichte Anfälligkeit für Hündinnen in der jungen Altersgruppe geben, aber keine in der älteren Altersgruppe.

Symptome und Formen

Die erworbene Form kann verschiedene klinische Erscheinungsbilder aufweisen, die von einer lokalisierten Beteiligung der Speiseröhrenmuskulatur, der Muskeln des Rachens und der Muskeln in der Nähe des Auges bis hin zu einem akuten allgemeinen Kollaps reichen.

Jeder Hund mit einer erworbenen Vergrößerung der Speiseröhre, dem Verlust normaler Reflexe oder einer Masse im vorderen zentralen Bereich der Brust sollte auf Myasthenia gravis untersucht werden. Regurgitation ist häufig, muss aber zunächst von Erbrechen unterschieden werden.

  • Veränderung der Stimme
  • Belastungsabhängige Schwäche
  • Fortschreitende Schwäche
  • Müdigkeit oder Krämpfe bei leichter Belastung
  • Akuter Kollaps
  • Verlust von Muskelmasse wird normalerweise nicht festgestellt
  • Schläft mit offenen Augen
  • Kann im Ruhezustand normal aussehen
  • Übermäßiges Sabbern, wiederholte Schluckversuche
  • Atemschwierigkeiten mit Aspirationspneumonie

Subtile Befunde des Nervensystems

  • Verminderter oder fehlender Blinzelreflex
  • Möglicherweise schwacher oder fehlender Würgereflex
  • Die Wirbelsäulenreflexe sind normalerweise normal, können aber ermüden
  • Geeigneter genetischer Hintergrund.
  • Tumor oder Krebs – insbesondere Thymustumor
  • Impfungen können eine aktive Myasthenia gravis verschlimmern
  • Intaktes (nicht kastriertes) Weibchen

Verursacht

  • Angeboren (bei der Geburt vorhanden)
  • immunvermittelte Krankheit
  • Sekundär nach Krebs

Diagnose

Es gibt andere Störungen der neuromuskulären Übertragung, wie z. B. die Zeckenlähmung, die dieselben Symptome aufweisen können. Ihr Tierarzt wird diese ausschließen wollen, bevor er die Diagnose stellt. Dazu benötigt er eine sorgfältige Anamnese, gründliche körperliche und neurologische Untersuchungen sowie spezielle Labortests.

Es wird ein komplettes Blutprofil erstellt, einschließlich eines chemischen Blutprofils, eines kompletten Blutbildes und einer Urinanalyse. Ihr Tierarzt kann auch die Funktion der Schilddrüse überprüfen. Die bildgebende Diagnostik umfasst Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, um nach einer vergrößerten Speiseröhre und einer Aspirationspneumonie zu suchen, sowie eine ultraschallgestützte Untersuchung des Brustkorbs, um nach einer Masse zu suchen. Wird eine Masse gefunden, muss eine Biopsie durchgeführt werden, um zu bestätigen, dass es sich um eine Krebsgeschwulst handelt.

Behandlung

Ihr Hund wird so lange stationär behandelt, bis eine angemessene Dosierung von Medikamenten die gewünschte Wirkung erzielt hat. Wenn Ihr Hund an einer Aspirationspneumonie leidet, kann eine Intensivbehandlung im Krankenhaus erforderlich sein. Wenn der Hund nicht in der Lage ist, ohne erhebliches Erbrechen zu fressen oder zu trinken, ist eine Ernährung über eine Magensonde und die mehrfache Gabe einer hochkalorischen Nahrung erforderlich. Bei einer Aspirationspneumonie sind in der Regel eine Sauerstofftherapie, eine intensive Antibiotikatherapie, eine intravenöse Flüssigkeitstherapie und eine unterstützende Behandlung erforderlich. Wenn bei der Untersuchung ein Tumor gefunden wird, ist eine Operation erforderlich.

Leben und Management

Sobald eine geeignete Behandlung gefunden wurde, sollte die Muskelkraft zurückkehren. Ihr Tierarzt wird alle 4-6 Wochen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs machen, um die Auflösung der vergrößerten Speiseröhre zu überprüfen. Ihr Arzt wird auch alle 6-8 Wochen Bluttests durchführen, bis die Antikörper Ihres Hundes auf normale Werte zurückgegangen sind.

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