Mottenkugeltoxizität bei Haustieren: Was Sie wissen müssen

Mottenkugeltoxizität bei Haustieren: Was Sie wissen müssen

Die Häufigkeit von Mottenkugelvergiftungen bei Haustieren ist recht gering – zwischen 2002 und 2004 wurden dem ASPCA Animal Poison Control Center (APCC) 158 Fälle gemeldet. Das ist jedoch irrelevant, wenn es Ihr Haustier ist, das krank geworden ist.

Nach Angaben des APCC sind die meisten dieser Fälle darauf zurückzuführen, dass ein Haustier eine Mottenkugel gefressen hat, aber Probleme können auch auftreten, wenn es den Dämpfen ausgesetzt ist, die Mottenkugeln produzieren, oder wenn seine Haut mit ihnen in Berührung kommt. Wenn Sie Mottenkugeln in Ihrem Haus haben, müssen Sie wissen, was sie giftig macht und was zu tun ist, wenn Ihr Haustier mit ihnen in Berührung kommt.

Verschiedene Arten von Mottenkugeln, unterschiedliche toxische Reaktionen

Zunächst einmal sind Mottenkugeln nicht alle gleich. Sie können zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten: Naphthalin oder Paradichlorbenzol (p-Dichlorbenzol). Diese beiden Chemikalien sind nicht nur als Mottenkugeln, sondern auch als Flocken, Kuchen und Kristalle erhältlich. In jeder Form ist Naphthalin etwa doppelt so giftig wie Paradichlorbenzol, was bedeutet, dass ein Haustier etwa doppelt so viel Paradichlorbenzol aufnehmen kann, bevor es stirbt. Wenn Sie Mottenkugeln kaufen, sollten Sie daher nach Mottenkugeln suchen, die aus Paradichlorbenzol hergestellt sind.

Die Symptome der Naphthalin- und Paradichlorbenzolvergiftung sind ebenfalls unterschiedlich. Nach dem Verzehr wirkt sich Naphthalin zunächst auf den Magen-Darm-Trakt aus und verursacht Erbrechen und Appetitlosigkeit, aber das ist noch nicht alles. Naphthalin schädigt auch die roten Blutkörperchen des Tieres und kann zu Anämie, braun gefärbten Schleimhäuten, Schwäche, Lethargie und manchmal zu Krampfanfällen führen. Katarakte und Leberschäden sind ebenfalls möglich. Naphthalin kann auch über die Haut und die Lunge aufgenommen werden, die schwerwiegendsten Probleme treten jedoch nach dem Verschlucken auf.

Haustiere, die Paradichlorbenzol fressen, können auch erbrechen, zeigen dann aber eher Symptome, die mit Funktionsstörungen des Nervensystems zusammenhängen, wie Desorientierung, Zittern, Schwierigkeiten beim Laufen, Sabbern, Depression und Krampfanfälle. Auch Katarakte und Leberschäden können auftreten. In seltenen Fällen sind Schäden an den roten Blutkörperchen und Anämie möglich. Hautkontakt mit Paradichlorbenzol kann zu einem brennenden Gefühl und lokalen Reizungen führen.

Die Dämpfe sowohl von Naphthalin als auch von Paradichlorbenzol können Nase, Augen und Lunge stark reizen. Haustiere, die sich in der Nähe von Mottenkugeldämpfen aufhalten, können rote, tränende Augen, eine laufende Nase, Niesen und/oder Husten entwickeln.

Katzen reagieren empfindlicher auf Mottenkugeln als Hunde, aber auch andere Tierarten können nach einer Exposition krank werden. So haben Tierärzte mehrere Fälle von Vögeln gemeldet, die nach dem Einatmen von Mottenkugeldämpfen Symptome wie Lethargie, Schwäche und Atembeschwerden entwickelten. Mindestens ein Vogel ist infolgedessen gestorben.

Was ist zu tun, wenn Ihr Haustier durch Mottenkugeln vergiftet wurde?

Der beste Weg, Haustiere vor Naphthalin und Paradichlorbenzol zu schützen, besteht eindeutig darin, sie von Mottenkugeln fernzuhalten (weit weg, wenn es sich um einen Vogel handelt). Aber manchmal kommen die Tiere trotz aller Bemühungen doch damit in Berührung. Was sollten Tierhalter dann tun?

Der Verzehr einer einzigen Mottenkugel aus Naphthalin reicht aus, um Katzen und kleine Hunde sehr krank zu machen, so dass diese Situation nicht ignoriert werden sollte. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Haustier eine Mottenkugel gefressen hat (oder auf anderem Wege damit in Berührung gekommen ist), rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an. Wenn Ihr Haustier die Mottenkugel in den letzten Stunden gefressen hat, kann es möglicherweise dazu gebracht werden, sie wieder zu erbrechen.

Je nach dem Zustand Ihres Tieres und der Entfernung zur Klinik kann Ihr Tierarzt empfehlen, das Erbrechen zu Hause herbeizuführen oder Ihr Tier für den Eingriff in die Klinik zu bringen. In jedem Fall ist eine weitere Behandlung erforderlich, es sei denn, Sie und Ihr Tierarzt sind sicher, dass Ihr Haustier kein Naphthalin oder Paradichlorbenzol mehr im Körper hat. Diese kann eine Magenspülung, die Verabreichung von Aktivkohle oder eine Flüssigkeitstherapie sowie Medikamente zur Eindämmung von Erbrechen, Krampfanfällen und Schäden an Leber und Magen-Darm-Trakt umfassen. Wenn die Ergebnisse der Blutuntersuchung zeigen, dass Ihr Haustier unter Anämie leidet, können auch eine Bluttransfusion und Medikamente, die die roten Blutkörperchen schützen, erforderlich sein.

Welche Art von Mottenkugel hat Ihr Haustier verschluckt?

Da die Behandlung unterschiedlich ausfallen kann, je nachdem, ob die Mottenkugeln mit Naphthalin oder Paradichlorbenzol hergestellt wurden, können Sie und Ihr Tierarzt mit einem einfachen Trick herausfinden, welche Art von Chemikalie in der Mottenkugel enthalten ist, die Ihr Haustier gefressen haben könnte, wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie vorgehen sollen.

  • Geben Sie 3-4 Esslöffel Kochsalz in eine halbe Tasse lauwarmes Wasser.
  • Mischen Sie gründlich und fügen Sie gegebenenfalls weiteres Salz hinzu, bis sich kein Salz mehr auflöst.
  • Geben Sie eine repräsentative Mottenkugel in die Lösung.
  • Naphthalin-Mottenkugeln schwimmen, Paradichlorbenzol-Mottenkugeln sinken.

Referenz

Mottenschutzmittel-Toxikose. Camille DeClementi. Vet Med. Januar 2005;100(1):24-28.

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