Magnesiummangel bei Hunden

Magnesiummangel bei Hunden

Magnesium ist nach Kalium die am häufigsten vorkommende Substanz in den Zellen. Daher ist ein Magnesiummangel (auch als Hypomagnesiämie bezeichnet) ein ernsthaftes Gesundheitsproblem. Das meiste Magnesium befindet sich in den Knochen (60 Prozent) und im Weichteilgewebe (38 Prozent), wobei der größte Teil des Weichteilmagnesiums in der Skelettmuskulatur und der Leber vorkommt. Es wird für viele Stoffwechselfunktionen benötigt, und seine Rolle als Aktivator oder Katalysator für mehr als 300 Enzymsysteme schließt die Bildung von Enzymen ein, die ATP (Adenosetriphosphat) benötigen, das chemische Energie innerhalb der Zellen für den Stoffwechsel transportiert.

Magnesium ist ein wichtiger Kofaktor für die Aufrechterhaltung des elektrischen Gleichgewichts in den Membranen. Es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Produktion und Ausscheidung von Acetylcholin (einem Neurotransmitter). Eine niedrige Magnesiumkonzentration in der extrazellulären Flüssigkeit (Flüssigkeit außerhalb der Zelle) kann die Acetylcholinkonzentration an den motorischen Endplatten erhöhen und eine unwillkürliche Reaktion der Muskeln hervorrufen. Eine Störung des elektrischen Gradienten kann zu neuromuskulären und Herzanomalien führen. Magnesium reguliert auch die Kalziumbewegung in den glatten Muskelzellen und ist wichtig für die Kontraktionskraft (die Fähigkeit des Muskels, sich zusammenzuziehen) und für die Stabilität der Oberflächengefäße des Körpers.

Zu den Komplikationen, die bei einer Hypomagnesiämie auftreten können, gehören Funktionsstörungen der Skelettmuskulatur, die zu Tetanie (starken Muskelschmerzen) und einer Reihe von Myopathien (Erkrankungen der Skelettmuskulatur) führen; ventrikuläre Herzrhythmusstörungen oder Torsades de pointes (eine Tachykardie oder ein schneller Herzrhythmus, der von einer der Herzkammern ausgeht) sowie Depolarisation der Herzzellen und Tachyarrhythmien (schnelle Herzrhythmen); Resistenz gegen die Wirkungen des Nebenschilddrüsensyndroms; erhöhte Kalziumaufnahme in die Knochen und erhöhtes Risiko einer Digoxin-(Digitalis-)Toxizität.

Symptome

  • Schwäche
  • Muskelzittern (Muskelinkoordination)
  • Depression
  • Hyperreflexie (überaktive Reflexe)
  • Tetanie (starke Muskelschmerzen)
  • Verhaltensänderungen
  • Herzrhythmusstörungen (abnorme Herzrhythmen)

Ursachen

  • Schwere Unterernährung oder schwere malabsorptive Darmerkrankungen
  • Nephrotoxische Medikamente (Medikamente, die für die Nieren giftig sind)
  • Diabetes mellitus
  • Einnahme von Diuretika (Medikamente, die den Körper von überschüssiger Flüssigkeit befreien)
  • Übermäßige Kalziumausscheidung durch Urinieren
  • Verminderte Magnesiumzufuhr, die durch Magnesiummangel in parenteraler (intravenöser oder injizierter) Flüssigkeit bei Patienten mit Langzeit-Flüssigkeitstherapie oder Dialyse auftreten kann

Diagnose

Da es mehrere mögliche Ursachen für diesen Zustand gibt, wird Ihr Tierarzt höchstwahrscheinlich eine Differentialdiagnose stellen. Dieser Prozess wird durch eine genauere Untersuchung der offensichtlichen äußeren Symptome geleitet, wobei jede der häufigeren Ursachen ausgeschlossen wird, bis die richtige Störung gefunden ist und angemessen behandelt werden kann. Die Anzeichen einer Hypomagnesiämie sind in der Regel vage und betreffen ein oder mehrere Körpersysteme. Daher müssen andere Ursachen für neuromuskuläre Anomalien und insbesondere andere Elektrolytanomalien untersucht werden. Bei der körperlichen Untersuchung wird Ihr Arzt nach Herzanomalien, Vergiftungen durch Drogen/Medikamente und Nierenerkrankungen suchen, die alle zu einigen der oben beschriebenen Symptome führen können.

Mit Hilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) können die elektrischen Ströme in den Herzmuskeln untersucht werden. Dabei können Anomalien in der elektrischen Erregungsleitung des Herzens (die der Fähigkeit des Herzens, sich zusammenzuziehen/zu schlagen, zugrunde liegt) festgestellt werden, eine häufige Nebenwirkung der Hypomagnesiämie.

Behandlung

Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache der Anomalie und dem Schweregrad der Hypomagnesiämie ab. Da eine schwere Hypomagnesiämie tödlich sein kann, ist eine schnelle und angemessene Behandlung unerlässlich. Eine leichte Hypomagnesiämie kann sich mit der Behandlung der zugrunde liegenden Störung bessern; ist die Hypomagnesiämie jedoch schwerwiegend, ist eine intensive Behandlung erforderlich.

Wenn Digoxin verschrieben wird, muss es, wenn möglich, abgesetzt werden, bis die Hypomagnesiämie abgeklungen ist, und Diuretika müssen mit Vorsicht eingesetzt oder eine andere Form der Flüssigkeitsentfernung verordnet werden. Außerdem muss bedacht werden, dass bei übereifriger Behandlung eine Hypomagnesiämie – zu viel Magnesium im Körper – möglich ist.

Leben und Behandlung

Zu Beginn wird Ihr Tierarzt die Magnesium- und Kalziumkonzentration Ihres Hundes täglich kontrollieren. Während der Magnesiuminfusionen wird Ihr Arzt auch kontinuierlich ein EKG durchführen, um sicherzustellen, dass das Herz Ihres Hundes in seinem normalen Rhythmus bleibt.

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