Kammerstillstand bei Hunden

Das Herz besteht aus vier Kammern. Die beiden oberen Kammern sind die Vorhöfe (einzeln: Atrium), und die beiden unteren Kammern sind die Kammern (Ventrikel). Zwischen jedem Paar von Vorhöfen und Kammern befinden sich Ventile, jeweils auf der linken und der rechten Seite, durch die das Blut von den Vorhöfen in die Kammern fließen kann, wo es dann aus dem Herzen in den Körper gepumpt wird – die rechte Kammer pumpt das Blut in die Lunge, die linke Kammer in den Körper. Das Herz arbeitet mit einer außergewöhnlichen Synchronisation zwischen den verschiedenen atrialen und ventrikulären Strukturen, was zu einem gleichmäßigen rhythmischen Muster führt.

Ventrikulärer Stillstand, auch Asystolie genannt, ist das Fehlen von ventrikulären Komplexen (QRS genannt), die auf einem Elektrokardiogramm (EKG) gemessen werden, oder das Fehlen ventrikulärer Aktivität (elektromechanische Dissoziation). Von einer elektromechanischen Dissoziation spricht man, wenn im EKG ein Herzrhythmus (P-QRS-T) aufgezeichnet wird, aber keine effektive Herzleistung oder kein tastbarer Femoralpuls (Puls der Arterie in der Oberschenkelinnenseite) vorhanden ist.

Kammerstillstand führt zu Herzstillstand und irreversiblen Hirnschäden, wenn der Kammerrhythmus nicht innerhalb von 3-4 Minuten wiederhergestellt wird. Dieser Zustand kann durch einen schweren sinoatrialen Block oder Stillstand (Stillstand des SA-Knotens oder des Herzschrittmachers) oder durch einen atrioventrikulären Block (AV-Block) dritten Grades (der ebenfalls eine Blockade des Herzschlags verursacht) ohne einen junktionalen oder ventrikulären Escape-Rhythmus entstehen (ein junktionaler oder Escape-Rhythmus würde den Herzschlag fortsetzen und das Tier vor dem Herzstillstand bewahren).

Symptome und Arten

  • Schwere systemische Erkrankung oder Herzerkrankung bei vielen Patienten
  • Andere Herzrhythmusstörungen bei einigen
  • Synkope (Ohnmacht)
  • Herzstillstand (das Herz bleibt kurzzeitig stehen)
  • Kollaps
  • Plötzlicher Tod

Verursacht

  • Vollständiger AV-Block mit fehlendem ventrikulären oder junktionalen Escape-Rhythmus
  • Schwerer Sinus-Stillstand ode r-Block
  • Hyperkaliämie
  • Jede schwere systemische Krankheit oder Herzerkrankung ist prädisponierend
  • Eine unteraktive Nebenniere, die einen hohen Kaliumspiegel im Blut verursacht, ist prädisponierend
  • Platzen der Harnblase oder Verstopfung der Harnwege, die hohe Kaliumwerte im Blut verursachen

Diagnose

Nachdem der erste Notfall bewältigt wurde, benötigt Ihr Tierarzt eine gründliche Anamnese des Gesundheitszustands Ihres Hundes, des Auftretens der Symptome und möglicher Vorfälle, die zu diesem Zustand geführt haben könnten. Ihr Arzt kann dann eine vollständige körperliche Untersuchung Ihres Hundes durchführen. Zunächst wird möglicherweise nur ein Elektrolytbild erstellt, um festzustellen, ob Ihr Hund einen hohen Serumkaliumspiegel aufweist, der bekanntermaßen zu einem Herzkammerstillstand führt. Anschließend werden Standard-Labortests durchgeführt, darunter ein biochemisches Profil, ein vollständiges Blutbild und eine Urinanalyse. Systemische Erkrankungen als Ursache für die Herzerkrankung müssen ausgeschlossen werden. Zur weiteren Diagnostik gehört die Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG), mit dem die elektrischen Ströme in den Herzmuskeln untersucht werden können und das Anomalien in der elektrischen Erregungsleitung des Herzens (die der Fähigkeit des Herzens, sich zusammenzuziehen/zu schlagen, zugrunde liegt) aufzeigen kann.

Behandlung

Dies ist eine Notfallsituation, die eine aggressive Behandlung erfordert. Ihr Tierarzt wird eine kardiopulmonale Wiederbelebung durchführen, um den Herzschlag Ihres Hundes wieder in Gang zu bringen, und er wird sich vergewissern, dass die Herzfrequenz Ihres Hundes stark und konstant ist, bevor er weitermacht. Alle behandelbaren Probleme, wie Hypothermie, Hyperkaliämie oder Störungen des Säure-Basen-Haushalts, werden behandelt.

Besteht der Verdacht auf eine primäre Herzerkrankung, kann ein Echokardiogramm (ECHO), ein sonografisches Instrument, eingesetzt werden, um die Pumpfunktion des Herzens und das Muster des Blutflusses visuell zu überwachen und nach Gewebeschäden zu suchen. Außerdem werden Röntgenaufnahmen des Brustkorbs angefertigt, um nach Anomalien in der Thoraxstruktur zu suchen. Der Patient sollte engmaschig und häufig mit einem EKG überwacht werden.

Leben und Management

Leider haben Patienten mit dieser Erkrankung eine schlechte Prognose. Selbst wenn der Sinusrhythmus wiederhergestellt ist, ist die Prognose in der Regel immer noch verhalten bis schlecht, da es nicht selten zu einem erneuten Herzstillstand kommt.

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