Herzrhythmusstörungen (Flimmern und Flattern) bei Hunden

Herzschlagprobleme (Flimmern und Flattern) bei Hunden

Das Herz eines Hundes ist in vier Kammern unterteilt. Die beiden oberen Kammern werden als Vorhöfe bezeichnet, während die unteren Kammern als Kammern bezeichnet werden. Zwischen jedem Vorhof- und Kammerpaar befinden sich Klappen, jeweils auf der linken und rechten Seite. Die Klappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer heißt Trikuspidalklappe, die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer Mitralklappe. Das Herz arbeitet mit einer außergewöhnlichen Synchronisation zwischen den verschiedenen Vorhof- und Kammerstrukturen, was zu einem gleichmäßigen rhythmischen Muster führt.

Sowohl beim Vorhofflimmern als auch beim Vorhofflattern ist dieser Rhythmus gestört und die Synchronisation zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern geht verloren. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um ein Rhythmusproblem, das seinen Ursprung in den oberen Herzkammern, also den Vorhöfen, hat. Vorhofflattern ist häufig eine Vorstufe zum Vorhofflimmern. Beim Vorhofflattern entsteht in den Vorhöfen ein verfrühter elektrischer Impuls, der zu einer überdurchschnittlich schnellen, regelmäßigen oder unregelmäßigen Herzfrequenz führt, während beim Vorhofflimmern die Herzmuskeln zitternd kontrahieren, was zu einem schnellen und abnormalen Herzrhythmus führt, der auch als Arrhythmie bezeichnet wird. Beim Vorhofflimmern schlagen die Vorhöfe chaotisch, was auch zu unregelmäßigen Rhythmen der Herzkammern führt. Vorhofflimmern kann mit oder ohne zugrunde liegende Herzerkrankung auftreten. Auf einem Elektrokardiogramm (EKG), das die elektrische Aktivität des Herzens misst, lässt sich bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern ein deutliches Muster erkennen.

Symptome und Arten

Vorhofflimmern wird nach seiner Relevanz kategorisiert, darunter:

  • Primäres Vorhofflimmern
    • Keine zugrunde liegende Herzerkrankung – Ursache nicht identifiziert
    • Schwere zugrunde liegende Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz ist in der Regel beteiligt
    • Periodisch wiederkehrende Episoden, die nur kurze Zeit (weniger als sieben Tage) andauern und bei denen das Herz von selbst in seinen normalen Rhythmus zurückkehrt
    • Die Arrhythmie hält länger als 48 Stunden an und spricht nur auf eine Behandlung an.
    • Anhaltende Arrhythmie, nicht behandelbar

    Die Symptome stehen im Allgemeinen im Zusammenhang mit einer Grunderkrankung wie der Herzinsuffizienz (CHF). Im Folgenden sind einige der Symptome aufgeführt, die mit Vorhofflimmern einhergehen.

    • Galoppierendes Herz
    • Belastungsintoleranz
    • Schwäche
    • Husten
    • Dyspnoe (Atembeschwerden)
    • Tachypnoe (schnelle Atemfrequenz)
    • Lethargie
    • Synkope/Verlust des Bewusstseins (selten)

    Ursachen

    • Chronische Erkrankung des Herzens mit Beteiligung der Herzklappen
    • Vergrößerung des Herzens (Herzmuskelerkrankung)
    • Angeborene Herzerkrankung
    • Neoplasie (Medikament, das häufig zur Behandlung verschiedener Herzkrankheiten eingesetzt wird)
    • Als Folgeerscheinung kongestive Herzinsuffizienz (CHF)
    • Ursache kann unbekannt bleiben

    Diagnose

    Nach einer ausführlichen Anamnese, die auch die gesundheitliche Vorgeschichte Ihres Hundes und das Auftreten der Symptome umfasst, wird Ihr Tierarzt eine vollständige körperliche Untersuchung durchführen. Zu den Labortests gehören ein komplettes Blutprofil mit einem biochemischen Profil, ein komplettes Blutbild und eine Urinuntersuchung. Es ist möglich, dass die Ergebnisse dieser Tests nicht viel über diese Krankheit aussagen, aber sie können hilfreich sein, um sich ein Gesamtbild über den Gesundheitszustand Ihres Hundes zu machen und andere Krankheiten aufzudecken, falls vorhanden. Zu den weiteren Diagnoseinstrumenten gehören Echokardiographie (EKG), Röntgenaufnahmen und Farbdoppler, um die Art und den Schweregrad der zugrunde liegenden Herzerkrankung zu bestimmen.

    Behandlung

    Ihr Tierarzt wird zunächst den Grad des Flatterns oder Flimmerns Ihres Hundes diagnostizieren und feststellen, ob eine zugrundeliegende Erkrankung des Herzens, wie z. B. Herzinsuffizienz, für die Vorhofarrhythmie verantwortlich ist. Wenn das Herz zu schnell schlägt, wird Ihr Hund medikamentös behandelt, um den Rhythmus zu verlangsamen. Wird keine Grunderkrankung festgestellt, zielt die Behandlung darauf ab, den Herzrhythmus zu normalisieren und den Sinusknoten wieder mit dem AV-Knoten in Einklang zu bringen. Wenn das Flimmern ein chronisches Problem ist (mehr als vier Monate), sinkt die Erfolgsquote entsprechend und das Problem tritt in diesen Fällen häufig wieder auf. In einigen Fällen kann eine Elektroschocktherapie eingesetzt werden, um den Rhythmus zu normalisieren. Liegt eine zugrunde liegende Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz vor, wird die Behandlung neben der Stabilisierung des Herzrhythmus auch auf deren Behandlung ausgerichtet.

    Leben und Management

    Befolgen Sie die Richtlinien Ihres Tierarztes in Bezug auf Ernährung, Bewegung, Ruhe, Medikamente und das Gesundheitsmanagement Ihres Hundes zu Hause. Bei primärem Vorhofflimmern kann es zu einem Wiederauftreten kommen, insbesondere bei Patienten mit chronischen Problemen. Beobachten Sie den Gesundheitszustand Ihres Hundes und rufen Sie Ihren Tierarzt an, wenn Sie ungewöhnliche Symptome bemerken. Bei schweren Herzkrankheiten wie Herzinsuffizienz ist ein hohes Maß an Engagement und Sorgfalt Ihrerseits für die Behandlung und das Management der häuslichen Behandlung Ihres Hundes erforderlich. Das Führen eines Tagebuchs über alle Ereignisse und der Kontakt zu Ihrem Tierarzt während des gesamten Behandlungszeitraums helfen Ihnen, die Fortschritte Ihres Hundes zu verfolgen und etwaige Probleme zu erkennen, sobald sie auftreten.

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