Herzrhythmusstörungen bei Hunden

Wenn die Leitungsimpulse des Sinusknotens blockiert oder daran gehindert werden, die Ventrikel zu erreichen, übernimmt das untere Herz die Rolle des Schrittmachers, was zu einem indioventrikulären Rhythmus oder ventrikulären Escape-Komplexen, d. h. unregelmäßigem Herzschlag, führt. Beschleunigte idioventrikuläre Rhythmen entstehen vor allem durch eine Schwankung des Herzschlages. Manchmal zeigt das EKG die Herzschlagrate eines Hundes mit weniger als 65 Schlägen pro Minute (bpm) an. Die normale Herzfrequenz bei Hunden liegt zwischen 70 und 180 Schlägen pro Minute, variiert jedoch je nach Alter und Rasse. Bei Welpen liegt die Frequenz bei 70-120 Schlägen pro Minute und bei Zwerghunden bei 70-220 Schlägen pro Minute.

Dieses elektrische Leitungssystem erzeugt elektrische Impulse (Wellen), die sich in der gesamten Herzmuskulatur ausbreiten und die Herzmuskeln dazu anregen, sich zusammenzuziehen und das Blut durch die inneren Arterien in den Körper zu drücken. Im Herzen gibt es zwei Knoten (Gewebemassen), die eine wichtige Rolle in diesem Reizleitungssystem spielen. Der Sinusknoten oder sinoatriale Knoten (SA-Knoten) ist eine Ansammlung ähnlicher Zellen im rechten Vorhof, deren Aufgabe es ist, elektrische Impulse zu erzeugen und als Schrittmacher des Herzens zu dienen. Der andere Knoten ist der Atrioventrikularknoten (AV-Knoten). Der AV-Knoten empfängt Impulse vom SA-Knoten und leitet sie mit einer kleinen Verzögerung an die Herzkammern weiter. Diese Verzögerung ermöglicht es dem Vorhof, Blut in den Ventrikel auszustoßen, bevor sich die Ventrikelmuskeln zusammenziehen.

Bei der klinischen Untersuchung zeigt das EKG eine P-Welle, die nicht vorhanden oder zwischen dem QRS-Komplex (der aufgezeichneten Messung eines einzelnen Herzschlags) verborgen ist. Selten kommt sie nach dem QRRS-Komplex; im Allgemeinen tritt die P-Welle an der falschen Stelle auf (ektopisch). Es gibt keine Verbindung zwischen den P-Wellen und dem QRS-Komplex im EKG-Diagramm. Die Anordnung des QRS-Komplexes ist desorientiert. Er ist sehr breit und stimmt mit dem Komplex des vorzeitigen Ventrikelsystems überein.

Nur Hunde, die einen schwachen Körpermechanismus oder eine Grunderkrankung haben, leiden an dieser Krankheit, gesunde Hunde sind von dieser Störung nicht betroffen. Darüber hinaus tritt diese Krankheit aufgrund der Genorganisation auf und scheint keine erbliche Grundlage zu haben. Es wurde jedoch festgestellt, dass eine Veranlagung bei einigen Rassen häufiger auftritt als bei anderen. So sind beispielsweise Springer Spaniels dafür bekannt, dass sie einen Vorhofstillstand aufweisen, d. h. eine fehlende elektrische Aktivität in den Vorhöfen, die den Herzmechanismus lahm legt und den Blutfluss beeinträchtigt. Auch bei anderen Rassen wie Möpsen, Dalmatinern und Schnauzern kommt es zu Erregungsleitungsunregelmäßigkeiten. Die Prävalenz dieser Krankheit ist noch nicht ermittelt worden.

Symptome und Arten

Obwohl es einige Fälle gibt, in denen keinerlei sichtbare Symptome auftreten, gehören zu den typischen Symptomen:

  • Schwäche
  • Herzversagen
  • Lethargie
  • Unregelmäßige Ohnmachtsanfälle
  • Unverträglichkeit gegenüber körperlicher Anstrengung

Verursacht

Sinusbradykardie oder Sinusarrest

  • Erhöhung des Vagustonus (der Impuls, der das Herz daran hindert, zu häufig zu schlagen)
  • Nierenversagen
  • Medikamente – Anästhetika, Digoxin, Chinidin oder Beruhigungsmittel

AV-Block

  • Neoplasie (abnormales Gewebewachstum)
  • Fibrose (durch Zecken übertragene Infektion)
  • Angeboren

Diagnose

Sie müssen Ihrem Tierarzt eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand Ihres Hundes und das Auftreten der Symptome geben. Alle früheren Erkrankungen, insbesondere solche, die eine medikamentöse Behandlung erforderten, müssen von Ihrem Tierarzt erfasst werden, um eine rasche und genaue Diagnose stellen zu können. Zu den Standardlaboruntersuchungen gehören ein komplettes Blutprofil, ein chemisches Blutprofil, ein komplettes Blutbild und eine Urinuntersuchung. Die Blutuntersuchung gibt Aufschluss über etwaige Stoffwechselanomalien im Körper Ihres Hundes. Ihr Tierarzt prüft auch auf mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten wie Digoxin, Beruhigungsmitteln oder Betäubungsmitteln, die zur Behandlung Ihres Hundes eingesetzt wurden.

Mit Hilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) können die elektrischen Ströme in den Herzmuskeln untersucht werden. Dabei können Anomalien in der elektrischen Erregungsleitung des Herzens (die der Fähigkeit des Herzens, sich zusammenzuziehen/zu schlagen, zugrunde liegt) oder ein strukturelles Herzproblem festgestellt werden. Wenn der Verdacht auf eine Geschwulst besteht, kann diese durch Röntgen oder Ultraschall sichtbar gemacht werden, und falls eine solche gefunden wird, muss Ihr Tierarzt möglicherweise eine Probe der Geschwulst für eine Biopsie entnehmen.

Eine langsame Herzschlagrate und unterschiedliche P- und QRS-Wellen können ebenfalls zur Diagnose eines idioventrikulären Rhythmus beitragen.

Behandlung

Für den idioventrikulären Rhythmus gibt es keine Standardbehandlung, da es sich um eine sekundäre Erkrankung handelt. Das heißt, er tritt sekundär zu einer anderen Grunderkrankung auf, er existiert nicht als eigenständige Erkrankung. Die zugrundeliegende Erkrankung muss behandelt werden, ebenso wie die Behandlung, die zur Linderung der äußeren Symptome durchgeführt wird. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erhöhung der Herzfrequenz und der Aufrechterhaltung eines stabilen Rhythmus. Es können Medikamente zur Erhöhung der Herzfrequenz oder zur Blockierung des Vagustonus verschrieben werden. Wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlägt, kann ein Schrittmacherimplantat eingesetzt werden, um den Herzschlag aufrechtzuerhalten und die Herzklappen zu stabilisieren.

Leben und Management

Ihr Hund wird viel Ruhe brauchen, um sich richtig zu erholen. In diesem Fall wird Käfigruhe empfohlen, da sie dem Tier ein Gefühl der Sicherheit vermittelt und gleichzeitig verhindert, dass es sich überanstrengt. Es besteht keine Notwendigkeit, den Ernährungsplan Ihres Hundes zu ändern, es sei denn, es liegen besondere gesundheitliche Bedenken vor, die Ihren Tierarzt dazu veranlassen, diese Empfehlung auszusprechen. Wenn die zugrundeliegende Ursache nicht diagnostiziert oder behandelt werden kann, ist die Prognose für eine Genesung verhalten bis schlecht. Eine der möglichen schwerwiegenden Komplikationen ist kongestives Herzversagen aufgrund eines anhaltenden Bradykardiezustands.

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