Herzgeräusche bei Hunden

Herzgeräusche sind zusätzliche Vibrationen des Herzens, die durch eine Störung des Blutflusses hervorgerufen werden – und zwar so stark, dass ein hörbares Geräusch entsteht. Oft werden die Herzgeräusche nach verschiedenen Merkmalen klassifiziert, unter anderem nach ihrem Zeitpunkt. Systolische Geräusche treten beispielsweise auf, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht; diastolische Geräusche treten auf, wenn sich der Herzmuskel zwischen den Schlägen entspannt; und kontinuierliche und hin- und hergehende Geräusche treten während des gesamten oder des größten Teils des Herzzyklus auf.

Herzgeräusche können sowohl bei Hunden als auch bei Katzen auftreten. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie sie bei Katzen auftreten, besuchen Sie bitte diese Seite in der PetMD-Gesundheitsbibliothek.

Symptome und Arten

Die mit den Herzgeräuschen verbundenen Symptome hängen von einer Vielzahl von Merkmalen ab, wie z. B. dem Grad, der Konfiguration und der Lokalisierung der Geräusche. Wenn das Herzgeräusch jedoch mit einer strukturellen Herzerkrankung einhergeht, kann Ihr Hund Anzeichen einer Herzinsuffizienz wie Husten, Schwäche oder Bewegungsunverträglichkeit zeigen.

Einstufungsskala für Herzgeräusche bei Hunden

  • Grad I – kaum hörbar
  • Grad II – leise, aber mit einem Stethoskop leicht hörbar
  • Grad III – mittelstarke Lautstärke; die meisten Geräusche, die mit der Mechanik des Blutkreislaufs zusammenhängen, sind mindestens Grad III
  • Grad IV – lautes Geräusch, das weit ausstrahlt und oft auch die gegenüberliegende Seite des Brustkorbs erfasst
  • Grad V – sehr laut, hörbar mit dem Stethoskop, das den Brustkorb kaum berührt; die Vibration ist auch stark genug, um durch die Brustwand des Tieres hindurch spürbar zu sein
  • Grad VI – sehr laut, hörbar mit dem Stethoskop, das den Brustkorb kaum berührt; die Vibration ist auch stark genug, um durch die Brustwand des Tieres hindurch spürbar zu sein

Konfiguration der Herzgeräusche bei Hunden

  • Plateau-Geräusche haben eine gleichmäßige Lautstärke und sind typisch für Blutrückfluss durch eine abnorme Klappenöffnung (Regurgitationsgeräusche).
  • Crescendo-decrescendo-Geräusche werden lauter und dann leiser und sind typisch für Auswurfgeräusche aufgrund eines turbulenten Vorwärtsflusses.
  • Decrescendo-Geräusche beginnen laut und werden dann leiser und sind typisch für diastolische Geräusche.

Ursachen für Herzgeräusche bei Hunden

Herzgeräusche bei Hunden haben folgende Ursachen:

  • Störungen des Blutflusses in Verbindung mit einem hohen Durchfluss durch normale oder abnormale Klappen oder mit Strukturen, die im Blutfluss vibrieren.
  • Durchflussstörungen in Verbindung mit einer Abflussbehinderung oder einem Vorwärtsfluss durch kranke Klappen oder in ein erweitertes großes Gefäß.
  • Strömungsstörungen im Zusammenhang mit einem regurgitierenden Fluss aufgrund einer inkompetenten Klappe, eines offenen Ductus arteriosus oder eines Defekts im Septum (der Wand, die die linke und rechte Seite des Herzens trennt).

Im Folgenden werden einige Bedingungen und Krankheiten genannt, die Herzgeräusche verursachen können:

Systolische Herzgeräusche

  • Anämie
  • Herzinsuffizienz der Mitral- und Trikuspidalklappen
  • Kardiomyopathie und Aortenklappeninsuffizienz
  • Mitral- und Trikuspidalklappendysplasie
  • Systolische anteriore Mitralbewegung (SAM)
  • Dynamische rechtsventrikuläre Ausflussbehinderung
  • Dynamische subaortale Stenose
  • Aortenverengung (Aortenstenose)
  • Atrial- und Ventrikelseptumdefekt
  • Fallot-Tetralogie
  • Mitral- und Trikuspidalklappenendokarditis (Entzündung des Herzinnenraums)

Kontinuierliche oder hin- und hergehende Herzgeräusche

Diastolische Herzgeräusche

  • Mitral- und Trikuspidalklappenverengung
  • Aorten- und Pulmonalklappenendokarditis (Entzündung der inneren Schicht des Herzens)

Diagnose von Hunden mit Herzgeräuschen

Um genau zu bestimmen, was die Symptome verursacht, muss Ihr Tierarzt zwischen einer Vielzahl von abnormen Herztönen unterscheiden, z. B. Spalttöne, Auswurfgeräusche, Galopprhythmen und Klicks. Er muss auch zwischen abnormalen Lungen- und Herztönen unterscheiden und darauf achten, ob das Timing der abnormalen Töne mit der Atmung oder dem Herzschlag korreliert.

Die Lokalisierung und Ausstrahlung des Herzgeräusches sowie der Zeitpunkt während des Herzzyklus sind eine weitere Möglichkeit, die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen. Dazu können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, darunter Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Doppler-Untersuchungen und Echokardiographie. Ein vollständiges Blutbild ist eine der bevorzugten Methoden, um anämische Herzgeräusche zu bestätigen.

Behandlung für Herzgeräusche bei Hunden

Sofern keine Herzinsuffizienz vorliegt, wird Ihr Hund ambulant behandelt. Der Verlauf der Behandlung wird anhand der klinischen Anzeichen festgelegt. Bei Welpen mit geringgradigen Herzgeräuschen ist beispielsweise nur eine geringe oder gar keine Behandlung erforderlich, und das Herzgeräusch kann sich innerhalb von sechs Monaten von selbst zurückbilden. Bei Hunden mit Herzgeräuschen wird eine routinemäßige diagnostische Bildgebung empfohlen.

LESEN SIE MEHR: