Hautgeschwüre bei Hunden

Hautgeschwüre bei Hunden

Erosionen sind flache Defekte in der Haut, die nur die oberen Schichten der Haut betreffen. Sie können sehr schmerzhaft sein, heilen aber in der Regel schnell ab, wenn die Haut geschützt und die zugrunde liegende Ursache beseitigt wird. Bei Geschwüren sind die obersten Hautschichten vollständig geschädigt, da die Defekte tiefer in die Haut reichen. Geschwüre erfordern eine sorgfältige Wundpflege, um Infektionen zu vermeiden, und heilen in der Regel langsam ab. Erosive oder ulzerative Dermatosen (Erkrankungen der Haut) gehören zu einer Gruppe unterschiedlicher Hauterkrankungen, die durch Erosionen oder Geschwüre gekennzeichnet sind.

Die in diesem medizinischen Artikel beschriebene Erkrankung kann sowohl Hunde als auch Katzen betreffen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie diese Krankheit Katzen betrifft, besuchen Sie bitte diese Seite in der PetMD-Gesundheitsbibliothek.

Symptome und Arten

Die Symptome hängen von der Ursache ab. Sie können jedoch eines oder mehrere der folgenden Symptome umfassen:

  • Erosionen oder Geschwüre; sie können überall am Körper auftreten
  • Haarausfall (Alopezie)
  • Einzelne oder mehrere Läsionen; die Läsionen können entzündet sein (erkennbar an Rötung und Schwellung)
  • Läsionen über Druckstellen (wo die Haut dem Knochen am nächsten liegt)
  • Getrockneter Ausfluss auf der Oberfläche einer Hautläsion (Kruste); oder es kann feuchter Ausfluss aus der Läsion austreten
  • Pigmentverlust in Haut und/oder Haar (Depigmentierung)

Ursachen

Eine Vielzahl von Erkrankungen kann zu Erosionen oder Geschwüren der Haut führen. Häufige Ursachen sind Verbrennungen, Traumata und Hautinfektionen, aber auch kompliziertere Erkrankungen wie Arzneimittelreaktionen, bestimmte Krebsarten und Autoimmunerkrankungen der Haut. Auch Viren können die Ursache von Erosionen oder Geschwüren sein, die genauso aussehen können wie Verbrennungen oder Verletzungen. Ihr Tierarzt muss möglicherweise eine Reihe von Tests durchführen, darunter Blutuntersuchungen, Kulturen für verschiedene Arten von Infektionen und Hautbiopsien (Proben von Hautgewebe), um die Ursache der Reaktion zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu verordnen.

In manchen Fällen lässt sich die Ursache nicht feststellen. Ihr Tierarzt wird dann eine idiopathische (unbekannte) Störung oder Krankheit diagnostizieren.

Eine unvollständige Liste von Erkrankungen, die Erosionen oder Geschwüre der Haut verursachen, umfasst folgende:

  • Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis)
  • Juvenile Zellulitis des Hundes: Diese auch als “Welpenstrangulation” bezeichnete Erkrankung ist durch Schwellungen an Kopf, Hals, Schnauze, Augen und Ohren gekennzeichnet. Als Reaktion auf die Schwellung reißt die Haut auf, wobei die geschwollenen Lymphknoten durch die Haut abfließen und verkrustete Läsionen hinterlassen.
  • Toxische epidermale Nekrolyse (Gewebetod, meist medikamentös bedingt)
  • Indolentes Katzengeschwür: ein inaktives, langsam heilendes Lippengeschwür, das wenig bis keine Schmerzen verursacht; wird auch als Nagetiergeschwür bezeichnet, hat aber nichts mit Nagetieren zu tun. In der Regel durch Flohbissempfindlichkeit oder Nahrungsmittelallergien verursacht (eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haut angreift)
  • Durch Staphylococcus verursachte Hautinfektion, gekennzeichnet durch das Vorhandensein von Eiter (Pyodermie)
  • Tiefe Pilz- oder Mykose-Infektionen (parasitäre Pilze), wie Sporotrichose, Kryptokokkose, Histoplasmose)
  • Oberflächliche Pilzinfektionen, wie Malassezia-Dermatitis und Dermatophytose
  • Aktinomyceten wie Nocardia , Actinomyces und Streptomyceten; die Anzeichen für eine bakterielle Aktinomyceteninfektion sind ähnlich wie bei einer Pilzinfektion
  • Demodiktische Räude (Demodikose)
  • Flohbiss-Allergie
  • Verschiedene Hautkrankheiten, bei denen die Haut bei der Geburt abnormal ist (d. h. eine “angeborene” Anomalie) und die vererbt werden können oder auch nicht.
  • Übermäßige Produktion von Steroiden durch die Nebennieren (Hyperadrenokortizismus), insbesondere wenn sie durch Sekundärinfektionen oder Kalkablagerungen in der Haut (Calcinosis cutis) kompliziert wird.
  • Plattenepithelkarzinom
  • Mastzelltumore
  • Lymphome der Haut (Mycosis fungoides)
  • Auf Zink ansprechende Dermatose
  • Allgemeine Hundefutter-Dermatose (Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter)
  • Thermische, elektrische, solare oder chemische Verbrennungen
  • Chemische Reizstoffe
  • Giftige Schlangen- und Insektenbisse

Diagnose

Ihr Tierarzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung Ihres Hundes vornehmen. Dies ist aufgrund der umfangreichen Differentialliste (siehe Ursachen) besonders wichtig. Viele der Ursachen weisen subtile Unterschiede in Aussehen und Verteilung auf. Die große Varianz möglicher Ursachen und die Ähnlichkeit vieler Erscheinungsformen machen die Diagnose und Behandlung einer dermatologischen Hauterkrankung zu einer Herausforderung. Eine gründliche Anamnese ist notwendig, um die wahre Natur der Erkrankung zu erkennen. Die Vorgeschichte des Juckreizes wird ebenso berücksichtigt wie die Exposition gegenüber infektiösen Organismen und die jüngste Reisegeschichte (um einige Pilzerkrankungen zu berücksichtigen, die in einer anderen Umgebung als der, in der Sie und Ihr Haustier leben, erworben werden können). Die Ernährung und alle anderen Anzeichen von systemischen (Ganzkörper-) Reaktionen werden erfasst.

Läsionen, Geschwüre und Blasen müssen für eine eingehende Analyse biopsiert werden. Ihr Tierarzt wird eine histologische Hautbiopsie – eine Analyse des erkrankten Gewebes – sowie Mykobakterien- und/oder Pilzkulturen und Untersuchungen von Flüssigkeit und Eiter aus der Läsion oder Blase durchführen. Anhand einer Flüssigkeitsprobe und einer anschließenden mikroskopischen Untersuchung der betroffenen Zellen in der Flüssigkeit lässt sich auch feststellen, ob eine bakterielle Infektion vorliegt, entweder aerob oder anaerob (Bakterien, die mit bzw. ohne Sauerstoff leben können).

Behandlung

Die meisten Hautkrankheiten werden ambulant behandelt, aber die Behandlungsmethoden und Medikamente sind unterschiedlich. Ihr Tierarzt wird ein auf den individuellen Fall Ihres Hundes zugeschnittenes Behandlungsprogramm erstellen; wenn die Ursache der Dermatose bekannt ist, können spezifische medikamentöse Therapien verschrieben werden.

Zu den möglichen Behandlungsmethoden gehört die Hydrotherapie, die entweder mit einem Whirlpool-Bad oder durch Sprühen von kühlem Wasser unter Druck auf die geschwollene Haut angewendet werden kann. Vergewissern Sie sich zunächst, dass Ihr Tierarzt die Hydrotherapie für den Zustand Ihres Hundes als geeignet ansieht. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, rezeptfreie Cremes und Salben auf Erosionen und Geschwüre aufzutragen, ohne sich vorher bei Ihrem Tierarzt zu erkundigen, da einige häufig verwendete Produkte (z. B. solche, die Neomycin enthalten) die Heilung verzögern können. Andere Produkte können Alkohol oder andere Inhaltsstoffe enthalten, die beim Auftragen Schmerzen verursachen können. Der Schlüssel zu einer effektiven und schnellen Heilung liegt darin, die erodierte oder geschwürige Haut sauber und geschützt zu halten, und zwar mit Seife, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurde.

Leben und Management

Die Nachsorge wird von Fall zu Fall entschieden und hängt vom Krankheitsverlauf, dem Vorhandensein allgemeiner (systemischer) Krankheiten, den zur Behandlung der Haut und des Körpers verwendeten Medikamenten und den möglichen Nebenwirkungen der Medikamente ab.

Eine Nachsorge durch den Tierarzt ist wichtig, insbesondere bei langsam heilenden Geschwüren. Der Fortschritt der Wunde sollte mindestens alle zwei Wochen überwacht werden, um sicherzustellen, dass die Heilung ordnungsgemäß verläuft und dass der Heilungsprozess nicht durch eine Infektion weiter erschwert wird.

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