Gewichtsverlust und chronische Krankheiten bei Hunden

Gewichtsverlust und chronische Krankheiten bei Hunden

Wann sollte der Gewichtsverlust Ihres Hundes Sie beunruhigen? Der Standard ist, wenn der Gewichtsverlust zehn Prozent des normalen Körpergewichts übersteigt (und wenn er nicht auf Flüssigkeitsverlust zurückzuführen ist). Es gibt viele Ursachen für einen Gewichtsverlust, darunter auch chronische Krankheiten. Es ist wichtig, dies zu verstehen, da der Gewichtsverlust wahrscheinlich den gesamten Körper des Hundes betrifft und letztlich von der Ursache und dem Schweregrad der zugrunde liegenden Erkrankung abhängt.

Ursachen

  • Unzureichende Kalorienzufuhr
  • Schlechte Qualität des Futters
  • Geschmack (Schmackhaftigkeit) des Futters
  • Verdorbene Lebensmittel/Verderbnis durch längere Lagerung
  • Verminderter Appetit (Anorexie)
  • Entzündliche Darmerkrankung
  • Chronische eiweißverlierende Darmerkrankung
  • Eingeweidewürmer (Parasiten)
  • Chronische Infektionen des Darms
  • Verstopfungen im Magen/Darm (gastrointestinale Obstruktionen)
  • Chirurgische Entfernung (Resektion) von Darmabschnitten oder Gallenblasenerkrankung
  • Organversagen (Herz, Leber, Niere)
  • Addisonsche Krankheit
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Chronischer Blutverlust (Hämorrhagie)
  • Hautverletzungen, die nässen und Eiweißverluste verursachen
  • Störungen des zentralen Nervensystems, die die Nahrungsaufnahme oder den Appetit beeinträchtigen
  • Lähmung der Speiseröhre
  • Neurologische Störungen, die das Aufnehmen oder Schlucken von Nahrung erschweren
  • Erhöhte körperliche Aktivität
  • Längerer Aufenthalt in der Kälte
  • Schwangerschaft oder Stillen
  • Krebs
  • Bakterielle Infektionen
  • Virale Infektionen
  • Pilzinfektionen

Diagnose

Ihr Tierarzt wird zunächst eine Reihe von diagnostischen Tests durchführen, um die Ursache für den Gewichtsverlust zu finden. Nach einer ersten Beurteilung des Gesundheitszustands können die folgenden Tests für Ihr Haustier empfohlen werden:

  • Stuhluntersuchung zur Suche nach chronischen Darmparasiten
  • Ein vollständiges Blutbild (CBC), um nach Infektionen, Entzündungen, Leukämie, Anämie und anderen Blutkrankheiten zu suchen
  • Ein biochemisches Profil zur Beurteilung der Nieren-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenfunktion sowie des Status von Bluteiweißen, Blutzucker und Elektrolyten
  • Urinanalyse zur Bestimmung der Nierenfunktion, zur Suche nach Infektionen/Eiweißverlusten über die Nieren und zur Bestimmung des Flüssigkeitsstatus
  • Röntgenaufnahmen von Brustkorb und Bauch zur Untersuchung von Herz, Lunge und Bauchorganen
  • Tests zur Beurteilung des Zustands der Bauchspeicheldrüse
  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens
  • Gallensäuretest zur Beurteilung der Leberfunktion
  • Hormontests zur Untersuchung auf endokrine Störungen
  • Endoskopie zur Betrachtung des Darms (Endoskopie) und Biopsie
  • Explorative Operation (Laparotomie)

Behandlung

Manchmal empfiehlt Ihr Tierarzt, die Symptome Ihres Tieres zu behandeln, insbesondere wenn sie schwerwiegend sind. Dies ist jedoch kein Ersatz für die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache des Gewichtsverlusts.

Sobald die geeignete Behandlung zugewiesen wurde, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Haustier eine hochwertige Ernährung erhält. Es kann notwendig sein, das Tier zwangszuernähren und ihm bei Bedarf intravenös Nährstoffe zuzuführen. Die Ernährung muss mit Vitaminen und Mineralien ergänzt werden. Gelegentlich werden auch appetitanregende Mittel eingesetzt, damit das Tier wieder zu fressen beginnt.

Leben und Management

Eine angemessene medizinische Nachsorge ist von entscheidender Bedeutung, vor allem, wenn sich die Situation des Tieres nicht rasch bessert. Auch die Überwachung während dieses Zeitraums ist entscheidend. Die zugrundeliegende Ursache für den Gewichtsverlust bestimmt den geeigneten Kurs für die häusliche Pflege. Dazu gehört auch das regelmäßige Wiegen des Tieres. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Tierarztes für die Behandlung. Und wenn Ihr Tier nicht auf die Behandlung anspricht, wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt.

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