Geräuschvolle Atmung bei Hunden

Geräuschvolle Atmung bei Hunden

Ungewöhnlich laute Atemgeräusche sind oft das Ergebnis von Luft, die durch abnorm verengte Atemwege strömt und aufgrund einer teilweisen Verstopfung dieser Bereiche auf einen Widerstand trifft. Der Ursprung kann im hinteren Teil des Halses (Nasopharynx), im Rachen (Pharynx), im Kehlkopf (Larynx) oder in der Luftröhre (Trachea) liegen. Abnormale Atemgeräusche dieser Art können auch ohne Stethoskop gehört werden.

Stertor ist eine geräuschvolle Atmung, die beim Einatmen auftritt. Es handelt sich dabei um ein tiefes, schnarchendes Geräusch, das in der Regel durch die Vibration von Flüssigkeit oder von entspanntem oder schlaffem Gewebe entsteht. Er entsteht in der Regel durch eine Blockade der Atemwege im Rachen (Pharynx).

Stridor ist eine hohe, laute Atmung. Die hohen Töne entstehen, wenn relativ steifes Gewebe beim Durchströmen der Luft vibriert. Stridor tritt häufig als Folge einer teilweisen oder vollständigen Verstopfung der Nasengänge oder des Kehlkopfes (Larynx) oder eines Kollapses des oberen Teils der Luftröhre (so genannter zervikaler Trachealkollaps) auf.

Zu den oberen Atemwegen gehören die Nase, die Nasengänge, der Rachen (Pharynx) und die Luftröhre (Trachea).

Geräuschvolles Atmen ist bei kurznasigen, flachgesichtigen (brachycephalen) Hunderassen häufig. Eine angeborene Lähmung des Kehlkopfs, die so genannte Larynxlähmung, wurde bei Bouviers des Flandres, Siberian Huskies, Bulldoggen und Dalmatinern festgestellt.

Eine erworbene Lähmung des Kehlkopfs (Larynxlähmung) ist bei bestimmten Riesenhunden wie Bernhardinern und Neufundländern sowie bei großen Hunderassen wie Irish Settern, Labrador Retrievern und Golden Retrievern häufiger als bei anderen Rassen.

Betroffene kurznasige, flachgesichtige Hunde mit vererbter Stimmboxlähmung sind in der Regel jünger als ein Jahr, wenn die Atemprobleme erstmals festgestellt werden. Eine erworbene Kehlkopflähmung tritt in der Regel bei älteren Hunden auf. Bei der vererbten Kehlkopflähmung ist das Verhältnis von Männchen zu Weibchen 3:1.

Symptome und Arten

  • Veränderung oder Verlust der Stimme – Unfähigkeit zu bellen
  • Eine teilweise Blockierung der oberen Atemwege führt zu einer Zunahme der Atemgeräusche, bevor eine offensichtliche Veränderung des Atemmusters auftritt.
  • Ungewöhnlich laute Atemgeräusche können bereits seit mehreren Jahren bestehen
  • Atemgeräusche können aus der Ferne ohne Stethoskop gehört werden
  • Die Art der Geräusche reicht von ungewöhnlich laut über deutliches Flattern bis hin zu hochfrequentem Quietschen, je nach Grad der Atemwegsverengung
  • Es kann eine erhöhte Atemanstrengung festgestellt werden; die Atmung wird oft von offensichtlichen Körperveränderungen begleitet (z. B. überstreckter Kopf und Hals und offene Mundatmung)

Verursacht

  • Zustand abnormaler Atemwege bei kurznasigen, flachgesichtigen Tieren (ein Zustand, der als brachyzephales Atemwegssyndrom bekannt ist), gekennzeichnet durch eine beliebige Kombination der folgenden Zustände verengte Nasenlöcher (stenotische Nasenlöcher); übermäßig langer weicher Gaumen; Umstülpung eines Teils des Kehlkopfes oder des Kehlkopfes (umgestülpte Kehlkopfsäcke), so dass der Raum für den Luftdurchgang durch den Kehlkopf verringert ist; und Kollaps des Kehlkopfes oder des Kehlkopfes (Kehlkopfkollaps) sowie Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Kehlkopf oder im Kehlkopf
  • Verengung des hinteren Teils von Nase und Rachen (nasopharyngeale Stenose)
  • Lähmung des Kehlkopfes oder des Kehlkopfes (Larynxlähmung) – kann vererbt oder erworben sein
  • Tumore des Kehlkopfes oder des Kehlkopfes – können gutartig oder bösartig (Krebs) sein
  • Knotige, entzündliche Läsionen der Stimmlippenbox oder des Kehlkopfes (granulomatöse Laryngitis)
  • Verringerung des Lumendurchmessers der Luftröhre (Trachea) beim Atmen (Trachealkollaps)
  • Verengung der Luftröhre (Trachea; Trachealstenose)
  • Tumore in der Luftröhre (Trachea)
  • Fremdkörper in der Luftröhre (Trachea) oder anderen Teilen der Atemwege
  • Entzündliche Wucherungen, die sich aus dem Mittelohr oder der Eustachischen Röhre entwickeln (nasopharyngeale Polypen)
  • Zustand, der durch einen übermäßigen Wachstumshormonspiegel verursacht wird, der zu einer Vergrößerung der Knochen und Weichteile im Körper führt (Akromegalie)
  • Funktionsstörungen des Nervensystems und/oder der Muskulatur
  • Anästhesie oder Sedierung – wenn eine bestimmte Anatomie vorliegt (z. B. ein langer weicher Gaumen), die die Anfälligkeit für anormale, laute Atemgeräusche erhöht
  • Anomalien oder Tumore des weichen Gaumens (der weiche Teil des Gaumendachs, der sich zwischen dem harten Gaumen und dem Rachen befindet)
  • Überschüssiges Gewebe, das den Rachen auskleidet (überflüssige Rachenschleimhautfalte)
  • Tumor im hinteren Teil des Rachens (Pharynx)
  • Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) oder Entzündungen des Gaumens, des Rachens (Pharynx) und des Kehlkopfes (Larynx) – infolge von Husten, Erbrechen oder Aufstoßen, turbulentem Luftstrom, Infektionen der oberen Atemwege und Blutungen
  • Ausfluss (z. B. Eiter, Schleim und Blut) im Atemwegslumen – kann plötzlich (akut) nach einer Operation auftreten; ein Tier bei normalem Bewusstsein würde ihn aushusten oder verschlucken
  • Hohe Umgebungstemperatur
  • Fieber
  • Hohe Stoffwechselrate – wie sie bei erhöhten Schilddrüsenhormonwerten (Hyperthyreose) oder einer generalisierten bakteriellen Infektion (Sepsis) auftritt
  • Anstrengung
  • Angst oder Aufregung
  • Jede Atem- oder Herzerkrankung, die die Bewegung von Luft in und aus der Lunge (Ventilation) erhöht
  • Turbulenzen, die durch den erhöhten Luftstrom verursacht werden, können zu Schwellungen führen und die Obstruktion der Atemwege verschlimmern
  • Essen oder Trinken

Diagnose

Sie müssen eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand Ihres Tieres bis zum Auftreten der Symptome erstellen. Ihr Tierarzt wird mit einem Stethoskop den gesamten Bereich vom Rachen bis zur Luftröhre abhören. Bleibt das Geräusch bestehen, wenn Ihr Haustier den Mund öffnet, kann eine nasale Ursache praktisch ausgeschlossen werden. Tritt das Geräusch nur beim Ausatmen auf, ist wahrscheinlich eine Verengung der Atemwege die Ursache. Wenn die abnormen Geräusche während der Einatmung am lautesten sind, sind sie auf eine andere Erkrankung als die des Brustkorbs zurückzuführen. Wenn Sie eine Veränderung der Stimme Ihres Hundes bemerkt haben, ist der Kehlkopf wahrscheinlich die Ursache für die Abnormalität. Ihr Tierarzt wird mit dem Stethoskop systematisch die Nase, den Rachen, den Kehlkopf und die Luftröhre abhören, um den Punkt maximaler Intensität eines abnormalen Geräuschs zu ermitteln und die Phase der Atmung zu bestimmen, in der es am deutlichsten zu hören ist. Es ist wichtig, den Ort zu ermitteln, an dem das abnorme Geräusch auftritt, und nach erschwerenden Ursachen zu suchen.

Interne bildgebende Verfahren wie Röntgen und Fluoroskopie sind wichtig, um das kardiorespiratorische System zu beurteilen und andere oder zusätzliche Ursachen für Atembeschwerden auszuschließen. Solche Bedingungen können eine zugrunde liegende Obstruktion der oberen Atemwege verstärken und dazu führen, dass ein subklinischer Zustand klinisch wird. Röntgenaufnahmen von Kopf und Hals können helfen, abnormes Weichteilgewebe der Atemwege zu erkennen. Auch eine Computertomographie (CT) kann zusätzliche anatomische Details liefern.

In einigen Fällen kann die physiologische Veranlagung Ihres Hundes die Diagnose deutlicher machen, wie z. B. bei Hunden mit Brachycephalie. In diesen Fällen wird Ihr Tierarzt die Stelle bestimmen, die durch den Körperbau Ihres Hundes am stärksten betroffen ist, und dann entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll.

Behandlung

Halten Sie Ihren Hund kühl, ruhig und gelassen. Angst, Anstrengung und Schmerzen können zu einer verstärkten Bewegung von Luft in die und aus der Lunge führen, wodurch sich der Luftstrom möglicherweise verschlechtert. Niedrige Sauerstoffwerte im Blut und im Gewebe sowie eine verringerte Bewegung der Luft in die und aus der Lunge treten bei längerer, schwerer Blockade des Luftstroms auf; zusätzlicher Sauerstoff ist nicht immer entscheidend, um Patienten mit partiellem Atemwegskollaps zu versorgen. Überwachen Sie außerdem genau die Wirkung der verordneten Beruhigungsmittel, da Beruhigungsmittel bekanntermaßen die Muskeln der oberen Atemwege entspannen und die Blockade des Luftstroms verschlimmern können. Seien Sie auf eine Notfallbehandlung vorbereitet, wenn eine vollständige Obstruktion auftritt.

Bei extremer Blockade oder Obstruktion der Atemwege kann eine Notfallintubation erforderlich sein (d. h. das Einführen eines Endotrachealtubus durch den Mund in die Luftröhre, damit Sauerstoff in die Lungen gelangen kann). Ist eine Intubation aufgrund einer Obstruktion nicht möglich, kann eine Notfalltracheotomie (eine chirurgische Öffnung der Luftröhre [Trachea]) oder das Einführen eines Trachealkatheters zur Verabreichung von Sauerstoff die einzige Möglichkeit sein, das Leben zu erhalten. Ein Trachealkatheter kann die Sauerstoffzufuhr jedoch nur kurzzeitig aufrechterhalten, während eine dauerhaftere Lösung gesucht wird. Eine Operation kann erforderlich sein, wenn eine Biopsie eine Masse in den Atemwegen ergeben hat.

Vorbeugung

Vermeiden Sie anstrengende Bewegung, hohe Umgebungstemperaturen und extreme Aufregung. Ihr Tierarzt wird Sie über das richtige Maß an Bewegung für Ihren Hund beraten.

Leben und Management

Die Atemfrequenz un d-anstrengung Ihres Hundes muss genau überwacht werden. Eine vollständige Blockade oder Obstruktion kann auftreten, wenn ein scheinbar stabiler Patient nach Hause gebracht wird oder wenn eine kontinuierliche Beobachtung nicht möglich ist. Selbst bei einer chirurgischen Behandlung kann aufgrund der postoperativen Schwellung eine gewisse Obstruktion für 7 bis 10 Tage bestehen bleiben. In dieser Zeit muss darauf geachtet werden, dass Ihr Hund vor Komplikationen durch erschwerte Atmung geschützt wird.

Nach der Operation kann sich Ihr Hund wund fühlen und braucht ausreichend Ruhe an einem ruhigen Ort, fern von anderen Haustieren und aktiven Kindern. Sie können für kurze Zeit eine Käfigruhe in Erwägung ziehen, bis Ihr Hund sich wieder sicher und ohne Überanstrengung bewegen kann. Ihr Tierarzt wird Ihnen auch eine kurze Behandlung mit Schmerzmitteln verschreiben, bis sich Ihr Hund vollständig erholt hat, sowie eine leichte Behandlung mit Antibiotika, um zu verhindern, dass Ihr Hund von opportunistischen Bakterien befallen wird. Die Medikamente müssen genau nach Anweisung, in der richtigen Dosierung und Häufigkeit verabreicht werden. Denken Sie daran, dass eine Überdosierung von Schmerzmitteln eine der vermeidbarsten Todesursachen bei Haustieren ist.

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