Fehlgeburt aufgrund einer bakteriellen Infektion (Brucellose) bei Hunden

Brucellose ist eine ansteckende bakterielle Krankheit, die mehrere Tierarten befällt. Bei Hunden wird diese Krankheit durch ein Bakterium namens Brucella canis verursacht. Die Bakterien werden in der Regel durch Zucht und durch Kontakt mit Geweberesten von Fehlgeburten verbreitet, können aber auch über die Milch einer infizierten Mutter übertragen werden. Bei einer infizierten Hündin kann es zu einem spontanen Abbruch der Trächtigkeit oder zu einem deutlichen Rückgang der Fruchtbarkeit kommen. Auch wenn sie die Welpen austrägt, sterben sie oft an den Folgen der Infektion, da das Immunsystem der Welpen noch nicht so weit entwickelt ist, dass es diese aggressiven Bakterien bekämpfen kann.

Brucellose ist unter Hunden hoch ansteckend. Häufig sind Hunde in Zwingern betroffen, aber auch Hunde, die nie in Zwingern waren, können sich infizieren. Diese Krankheit ist für einen Rückgang von 75 Prozent der Welpen verantwortlich, die in Zuchthäusern abgesetzt werden.

Das Brucella-Bakterium hat zoonotische Eigenschaften, d. h. es kann Menschen und möglicherweise auch andere Tiere befallen. Obwohl die Ansteckungsgefahr für den Menschen als sehr gering eingeschätzt wird, ist es dennoch ratsam, bei der Behandlung eines infizierten Hundes vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Eine besonders hygienische Umgebung sowie persönlicher Schutz (z. B. Einweghandschuhe) sollten Standard sein, bis die Infektion vollständig getilgt ist.

Brucellose kann zwar jede Hunderasse befallen, tritt aber häufig bei Beagles auf. Der Erreger neigt dazu, sich erfolgreich in den Fortpflanzungsorganen sowohl von männlichen als auch von weiblichen Hunden zu vermehren. Bei Hündinnen führt er zu Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit, bei Rüden zu Hodenatrophie und Unfruchtbarkeit.

Symptome und Arten

  • Erscheint in der Regel gesund
  • Vaginaler Ausfluss
  • Abnehmende Fruchtbarkeit
  • Verlust des sexuellen Verlangens (in der Regel 6-8 Wochen nach der Empfängnis, kann jedoch in jedem Stadium der Trächtigkeit abtreiben)
  • Geburt von schwachen Welpen
  • Angeschwollene Hodensäcke bei Rüden aufgrund einer Infektion der Hoden
  • Schrumpfung der Hoden
  • Unfruchtbarkeit
  • Entzündung der Augen/trübe Augen
  • Rückenschmerzen aufgrund einer Infektion der Bandscheiben
  • Schmerzen in den Beinen oder Schwäche
  • Schwäche
  • Lethargie
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Verlust der Kontrolle über Bewegungen in chronischen Fällen

Diagnose

Sie müssen eine gründliche Anamnese über den Gesundheitszustand Ihres Hundes bis zum Auftreten der Symptome erstellen. Nachdem Ihr Tierarzt Ihren Hund gründlich untersucht hat, werden Standardflüssigkeitsproben für Laboruntersuchungen entnommen. Bei Brucella canis ist es jedoch häufig der Fall, dass die Diagnose nicht durch Standard-Bluttests gestellt wird; die Ergebnisse der Labortests sind in der Regel normal.

Zur Bestätigung der Diagnose kann eine Kombination verschiedener serologischer Tests erforderlich sein, aber in der Regel wird ein Titer-Test bestätigen, dass Ihr Hund mit dem Brucella-Bakterium infiziert ist. Dieser Test misst die Antikörperspiegel Ihres Hundes und zeigt, ob im Blut Ihres Hundes spezifische Antikörper gegen den Brucelloseerreger vorhanden sind. Um das Vorhandensein von Brucella zu bestätigen, entnimmt Ihr Tierarzt Blutproben, um den Organismus im Labor auf Nährböden zu züchten. In ähnlicher Weise können auch Kulturen von Vaginalflüssigkeit oder Sperma zur Isolierung des Erregers verwendet werden. Da auch die Lymphknoten von dieser Infektion betroffen sind, kann in einigen Fällen auch eine Lymphknotenbiopsie zu Diagnosezwecken durchgeführt werden.

Behandlung

Das Hauptziel der Therapie ist die Ausrottung des Erregers beim Hund, was jedoch nicht bei allen Tieren erreicht werden kann. Zur Behandlung dieser Patienten werden Antibiotika eingesetzt, doch ist die Behandlung nicht immer zu 100 Prozent wirksam. Die Zucht eines Hundes, der an Brucellose erkrankt ist oder war, wird unter keinen Umständen empfohlen. Aus diesem Grund wird Ihr Tierarzt darauf bestehen, dass Ihr Hund kastriert wird, um jede Ansteckungsgefahr auszuschließen.

In Zwingern wird häufig eine Euthanasie empfohlen.

Die Brucellose kann zoonotisch auf den Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund sollten Menschen, die an Autoimmunerkrankungen leiden oder anfällig für Infektionen sind, keinen Hund halten, der mit Brucellose infiziert ist.

Leben und Behandlung

Die Behandlung dieser Krankheit kann schwierig sein, daher müssen Sie sich an die Empfehlungen und Leitlinien halten, die Ihnen Ihr Tierarzt gibt. Nach der anfänglichen Behandlung müssen möglicherweise drei Monate lang jeden Monat weitere Tests durchgeführt werden, um den Fortschritt der Behandlung zu beurteilen. Wenn Ihr Hund auf die Behandlung nicht gut anspricht, wird Ihr Tierarzt je nach Schwere der Erkrankung eine erneute Behandlung, Kastration oder Euthanasie empfehlen.

Eine regelmäßige Überwachung des Krankheitsstatus in Zwingern ist wichtig, und vor der Aufnahme neuer Tiere in den Zwinger sollten Quarantänemaßnahmen und Tests durchgeführt werden.

Wenn Ihr Hund infiziert ist oder war, dürfen Sie ihn nicht verkaufen oder weitergeben und unter keinen Umständen mit ihm züchten. Tiere, bei denen Brucellose diagnostiziert wurde, gelten für den Rest ihres Lebens als positiv für diese Krankheit; eine regelmäßige Behandlung mit Antibiotika, um die Anzahl der Bakterien im Körper zu reduzieren, ist die einzige Möglichkeit, die Symptome zu minimieren und die Erreger auszuscheiden.

Vorbeugung

Alle intakten männlichen und weiblichen Hunde sollten alle drei bis sechs Monate auf Brucella canis getestet werden, und alle Zuchthunde sollten vor dem Deckakt getestet werden.

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