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Chemisches Ungleichgewicht im Urin von Hunden

Chemisches Ungleichgewicht des Urins bei Hunden

Die normale Konzentration und Regulierung des Urins hängt normalerweise von einem ausgeklügelten Zusammenspiel zwischen dem antidiuretischen Hormon (ADH), dem Proteinrezeptor für ADH am Nierentubulus (der Röhre, die bei der Filterung, Rückresorption und Sekretion von gelösten Stoffen im Blutkreislauf eine Rolle spielt) und einer übermäßigen Spannung des Gewebes in der Niere ab. Hyposthenurie ist ein klinischer Zustand, bei dem der Urin chemisch unausgeglichen ist. Dies kann auf ein Trauma, eine abnorme Hormonausschüttung oder eine übermäßige Spannung in der Niere zurückzuführen sein.

Anomalien können auch aufgrund einer Störung der Synthese, Freisetzung oder Wirkung von ADH, einer Schädigung des Nierentubulus und einer veränderten Spannung (Tonizität) des Gewebes innerhalb der Niere (Interstitium medullare) auftreten. Es gibt keine Hunderasse, die mehr oder weniger von dieser Erkrankung betroffen zu sein scheint.

Symptome

Die Symptome hängen von der zugrundeliegenden Ursache der Störung ab. Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Übermäßiger Harndrang (Polyurie)
  • Übermäßiger Durst (Polydipsie)
  • Gelegentliche Harninkontinenz

Verursacht

Jede Erkrankung oder jedes Medikament, das die Freisetzung oder Wirkung von ADH beeinträchtigt, den Nierentubulus schädigt, eine Markauswaschung verursacht oder eine primäre Durststörung hervorruft.

Diagnose

Ihr Tierarzt wird Ihren Hund einer gründlichen körperlichen Untersuchung unterziehen und dabei die Vorgeschichte der Symptome und mögliche Vorfälle, die zu dieser Erkrankung geführt haben könnten, berücksichtigen. Es wird ein komplettes Blutprofil erstellt, einschließlich eines chemischen Blutprofils, eines vollständigen Blutbilds und einer Urinanalyse, wobei der Schwerpunkt auf der Bestimmung des spezifischen Gewichts des Urins liegt.

Der letztgenannte Test gibt Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Niere, d. h. ihre Fähigkeit, Abfallmoleküle auszuscheiden, ohne überschüssige Nährstoffe oder Wasser auszuscheiden. Diese Tests können eine Harnwegserkrankung bestätigen, wobei ein niedriges spezifisches Gewicht des Urins von 1,000 bis 1,006 g/ml und übermäßige Mengen an alkalischen Phosphaten (ALP) im Blutserum auf Hypoadrenokortizismus oder eine primäre Lebererkrankung hindeuten würden. Ein hoher Cholesterinspiegel ist ein weiterer häufiger Befund bei Hunden mit Hyperadrenokortizismus.

Bei Hunden, die an Pyometra (Gebärmuttererkrankung) oder Pyelonephritis (Harnwegsinfektion) leiden, ist die Leukozytose, eine Art weißer Blutkörperchen, erhöht und in der Urinprobe zusammen mit abnormalen Mengen an Eiweiß im Urin, einer sogenannten Proteinurie, vorhanden. Proteinurie tritt häufig bei Patienten mit Pyelonephritis, Pyometra und Hyperadrenokortizismus auf. Liegt eine Pyelonephritis vor, zeigt die Urinuntersuchung auch entzündliche Ablagerungen oder Bakterien im Urin (Bakteriurie).

Weitere Labortests, die Ihr Arzt möglicherweise durchführen möchte, sind die Bestimmung des ACTH-Spiegels (adrenocorticotropes Hormon), um die Ursache des Hyperadrenocortizismus festzustellen, falls ein solcher festgestellt wird. Das heißt, Ihr Tierarzt wird zwischen einem hypophysenabhängigen und einem Nebennierentumor unterscheiden wollen. Eine visuelle Bildgebung mit Hilfe von Röntgenstrahlen kann ebenfalls durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Nieren oder die umliegenden Organe des Harntrakts in irgendeiner Weise geschädigt sind. Ein intravenöses Pyelogramm ist die genaueste Diagnosetechnik für eine visuelle Untersuchung der Nieren, Harnleiter und Harnblase. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt wird, das sich dann in den Nieren und Harnwegen ansammelt und diese auf dem Röntgenbild beleuchtet.

Mit einer Ultraschalluntersuchung können die Größe der Nebennieren, die Größe und Architektur von Nieren und Leber sowie die Größe der Gebärmutter beurteilt werden (abnormale Befunde bei der Größe eines oder mehrerer dieser Organe können eine Infektion oder eine Reaktion auf eine Infektion bestätigen). Darüber hinaus kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um eine Hypophysen- oder Hypothalamusmasse (die das Nervensystem über die Hypophyse mit dem endokrinen System verbindet) festzustellen, die eine Ursache für zentralen Diabetes insipidus oder Hyperadrenokortizismus sein kann.

Behandlung

Die Behandlung der Hyposthenurie hängt von der zugrunde liegenden Störung ab. Auch wenn Ihr Hund übermäßig viel uriniert oder Schwierigkeiten hat, rechtzeitig nach draußen zu gehen, sollten Sie die Wasseraufnahme Ihres Hundes nicht einschränken, es sei denn, dies ist für die endgültige Diagnose erforderlich und wurde von Ihrem Tierarzt empfohlen.

Leben und Behandlung

Ihr Tierarzt wird Nachuntersuchungen ansetzen, um die spezifische Dichte des Urins, den Hydratationsstatus, die Nierenfunktion und das Elektrolytgleichgewicht Ihres Hundes zu überwachen. Dehydrierung ist eine mögliche Komplikation bei Hyposthenurie und kann schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand werden, daher muss darauf geachtet werden, dass Ihr Hund jederzeit ausreichend hydriert ist.

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